Der weltgrößte Luxuskonzern kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig. Schwache Nachfrage aus China und den USA, ein laufender Rückzug aus dem Travel-Retail-Geschäft und eine gedämpfte Prognose von Morgan Stanley – das Bild für LVMH ist derzeit alles andere als rosig.
Morgan Stanley bremst die Erwartungen
Die Investmentbank hat ihre EBIT-Schätzung für 2026 um 3 Prozent gesenkt und liegt damit 2 Prozent unter dem Marktkonsens. Hintergrund: Die beiden wichtigsten Wachstumstreiber der Fashion & Leather Goods Division – amerikanische und chinesische Konsumenten – stagnieren. Morgan Stanley erwartet für das erste Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent in dieser Division, während der Markt bislang von 1,5 Prozent Wachstum ausging. Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit einem Wachstum von lediglich 2 bis 3 Prozent bei konstanten Wechselkursen – zu wenig, um eine Bewertungsexpansion zu rechtfertigen.
Das Forward-KGV ist seit Jahresbeginn von rund 27x auf etwa 21x gesunken. Dieser Bewertungsrückgang spiegelt sich auch im Kurs wider: Mit einem Minus von rund 26 Prozent seit Jahresbeginn notiert die Aktie deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 652,80 Euro.
DFS-Rückzug nimmt Fahrt auf
Parallel dazu treibt LVMH den Verkauf seiner defizitären DFS-Tochter voran. Die Travel-Retail-Konzessionen an den Flughäfen Los Angeles und San Francisco werden an Duty Free Americas übertragen – voraussichtlich bis Juni 2026. Damit verlässt DFS den US-Markt vollständig. Am New Yorker JFK Airport hatte DFS bereits auf eine Vertragsverlängerung verzichtet; die dortigen Stores schließen zum 31. März.
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Den Anfang machte der Verkauf der Standorte in Hongkong und Macau an China Tourism Group Duty Free für 395 Millionen US-Dollar. LVMH-Finanzchefin Cécile Cabanis fasste die Bilanz des Engagements nüchtern zusammen: „Wir haben mit DFS hunderte Millionen Euro verloren und sind jetzt endlich wieder ausgeglichen.“
Geopolitische Spannungen verschärfen den Druck zusätzlich. Militärschläge mit iranischer Beteiligung haben eine Risk-off-Stimmung ausgelöst, die europäische Luxuswerte besonders trifft. In China dämpfen wirtschaftliche Unsicherheiten und eine schwache Immobilienbranche die Kaufbereitschaft – mit direkten Auswirkungen auf Marken wie Louis Vuitton und Dior.
Quartalsbericht als nächster Prüfstein
Das fundamentale Gerüst bleibt trotz allem solide: Im zweiten Halbjahr 2025 übertrafen die EBIT-Zahlen mit 8,7 Milliarden Euro die Analystenerwartungen, die Bruttomarge liegt bei rund 66 Prozent. Am 15. April 2026 legt LVMH seinen Q1-Bericht vor – der erste konkrete Hinweis, ob der schwache Jahresstart die Prognosen von Morgan Stanley bestätigt oder widerlegt. Wenige Tage später, am 30. April, folgt die Ausschüttung der Dividendenrestrate für 2025.
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