Lumen steht an einem Wendepunkt: Das Unternehmen prescht beim Ausbau von KI‑Infrastruktur vor, gleichzeitig häufen sich tiefe Verluste und Schuldenprobleme. Kann eine Kombination aus neuem Steuergesetz und frischem institutionellem Kapital die Bilanzstärke wiederherstellen?
Tiefe Verluste drücken auf Bewertung
Lumen’s Transformation kostet Geld. Im zuletzt berichteten Quartal fiel ein Nettoverlust von 621 Mio. USD an – deutlich schlechter als der Verlust von 148 Mio. USD im Vorjahreszeitraum. Die Umsätze erreichten 3,09 Mrd. USD und lagen damit unter den Markterwartungen; gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 4,2 %. Das bereinigte EBITDA sank von 899 Mio. USD auf 787 Mio. USD, und das Mass‑Markets‑Segment schrumpfte um 8 % auf 631 Mio. USD.
Zum Vergleich: Wettbewerber wie Verizon melden weiterhin solide Gewinne und Cashflows, was Lumen im aktuellen Umfeld zusätzlich unter Druck setzt. Das Unternehmen operiert derzeit mit negativem Eigenkapital, hat Schulden umgeschichtet und dürfte in den nächsten Quartalen weiterhin Verluste ausweisen.
- Nettoverlust (letztes Quartal): 621 Mio. USD
- Umsatz: 3,09 Mrd. USD (-4,2 % YoY)
- Bereinigtes EBITDA: 787 Mio. USD (vorjahr: 899 Mio. USD)
- Mass Markets Umsatz: 631 Mio. USD (-8 %)
Gesetzesänderung und Investoren als Stütze
Gleichzeitig zeichnen sich zwei potenzielle Stabilitäts‑Treiber ab. Erstens hat der Kongress mit dem „One Big Beautiful Bill Act“ (OBBBA) ein Paket in Höhe von 285 Mrd. USD verabschiedet, das für 2026 die steuerliche Abzugsfähigkeit von Geschäftsinteressen wieder auf 30 % des EBITDA (statt des strengeren EBIT‑Standards) stellt. Für kapitalintensive Netzbetreiber mit hoher Abschreibung und Verschuldung wie Lumen kann das den effektiven Steuerschild erhöhen und kurzfristig Liquidität freisetzen.
Zweitens hat AIGH Capital Management eine neue Position aufgebaut und rund 2,55 Mio. Aktien für etwa 15,61 Mio. USD erworben (0,25 % des Unternehmens; 4,4 % des AIGH‑Portfolios). Solche Käufe signalisieren, dass einige institutionelle Anleger den Wert der Infrastrukturvermögenswerte sehen, auch wenn die Gewinnzahlen aktuell trüben.
Hinzu kommt: Das Management meldete Vertragsabschlüsse über rund 1 Mrd. USD im Bereich KI‑Infrastruktur, gestützt auf das „Private Connectivity Fabric“ als strategischem Kernprodukt. Ob diese Deals kurzfristig genug Umsatz und Margen bringen, um die Verluste zu drehen, bleibt hingegen offen.
Bewertung, Marktstimmung und Ausblick
Der Konsens der Analysten lautet derzeit „Hold“ mit einem Kursziel von 6,72 USD – das impliziert einen Rückschlagspotenzial von rund 21 % gegenüber dem aktuellen Niveau. Die Short‑Quote liegt bei 6,21 %, institutionelle Investoren halten etwa 66,19 % der Aktien.
Kurzfristig ist die Lage damit klar: Die OBBBA‑Regelung kann die Cash‑Situation spürbar verbessern, und Neuinvestments deuten auf selektives Vertrauen in die Vermögensbasis hin. Gleichzeitig bleiben negative Eigenkapital‑Position, laufende Verluste und eine anspruchsvolle Refinanzierungssituation gewichtige Risiken. Sollte Lumen es schaffen, EBITDA nachhaltig zu stabilisieren und die angekündigten KI‑Deals in wiederkehrende Umsätze zu überführen, wären das handfeste Voraussetzungen für eine Trendwende; ohne solche Fortschritte dürfte die Aktie weiter unter Druck bleiben.
Der Titel notiert heute bei 8,59 USD; auf 12 Monate gesehen liegt der Kurs rund 81 % im Plus, der Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch beträgt etwa −16 %.
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