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Lululemon Aktie: Widersprüchliche Signale

Lululemon übertrifft die Erwartungen für Q4 2025, enttäuscht jedoch mit der Prognose für das laufende Jahr. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Quartalsgewinn und Umsatz übertreffen Schätzungen
  • Jahresprognose fällt deutlich unter Analystenerwartungen
  • Bruttomarge sinkt durch Zollkosten und Rabatte
  • Aktie notiert nahe dem 52-Wochen-Tief

Zahlen besser als erwartet, Ausblick enttäuschend — Lululemon lieferte gestern Abend ein Quartalsergebnis mit zwei Gesichtern. Das Q4 2025 übertraf die Erwartungen auf ganzer Linie, doch die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr ließen die Anleger dann doch im Stich.

Der Gewinn je Aktie lag mit 5,01 Dollar rund 4,6 Prozent über dem Konsens von 4,79 Dollar. Der Umsatz kletterte auf 3,64 Milliarden Dollar — leicht über der Schätzung von 3,58 Milliarden Dollar. Trotzdem: Im nachbörslichen Handel gab der Kurs zunächst nach.

Wenn die Guidance den Jubel killt

Der Grund für die Ernüchterung liegt in der Jahresplanung. Für Q1 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Gewinn zwischen 1,63 und 1,68 Dollar je Aktie — während Analysten 2,09 Dollar erwartet hatten. Auch beim Umsatz verfehlt die Guidance mit 2,40 bis 2,43 Milliarden Dollar die Konsensschätzung von 2,47 Milliarden Dollar deutlich.

Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management Erlöse von 11,35 bis 11,50 Milliarden Dollar an. Der Markt hatte 11,52 Milliarden Dollar eingepreist — die Lücke klingt klein, reichte aber aus, um die Aktie unter Druck zu setzen. Das Nordamerika-Geschäft soll 2026 sogar um ein bis drei Prozent schrumpfen. China hingegen wächst weiter kräftig: plus 28 Prozent im vierten Quartal, für 2026 werden rund 20 Prozent Zuwachs angepeilt.

Der operative Druck ist spürbar. Die Bruttomarge brach im Q4 um 550 Basispunkte ein — getrieben von Zollkosten in Höhe von rund 520 Basispunkten sowie höheren Rabatten. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen Zollbelastungen von netto rund 380 Millionen Dollar brutto, die durch Effizienzmaßnahmen zu einem Großteil aufgefangen werden sollen.

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Zwischen Talsohle und Neustart

Das Management beschreibt 2026 offen als das Jahr des Tiefpunkts bei den Margen — die operative Gewinnmarge soll um etwa 250 Basispunkte sinken. Gleichzeitig laufen intern mehrere Initiativen an: Der Anteil wirklich neuer Produkte — nicht bloß neue Farbvarianten — soll von 23 auf 35 Prozent steigen. Rabattaktionen sollen sukzessive zurückgefahren werden, beginnend im zweiten Quartal. Die Inventarbestände werden bewusst knapp gehalten.

Dazu kommt ein offenes Kapitel: Die CEO-Suche läuft noch. Derzeit führen zwei Interims-CEOs das Unternehmen gemeinsam. Piper Sandler sieht genau darin die entscheidende Variable — wer den Posten übernimmt, könnte die Neubewertung der Aktie maßgeblich beeinflussen. Immerhin notiert der Titel aktuell bei rund 159 Dollar, gerade einmal knapp über dem 52-Wochen-Tief von 156,64 Dollar — ein Minus von gut 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreshöchstkurs.

Piper Sandler hält an der Neutral-Einstufung mit einem Kursziel von 190 Dollar fest, hebt aber hervor, dass die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 13 historisch günstig bewertet ist. Ob das als Boden reicht oder nur als Zwischenstation auf dem Weg nach unten — das hängt wohl vor allem davon ab, wie schnell die Vollpreisverkäufe in Nordamerika wieder anziehen.

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Diskussion zu Lululemon

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.