Die Aktie des Sportbekleidungsherstellers Lululemon Athletica steckt in einer Zwickmühle. Fast zeitgleich erschüttern eine erneute Produktpanne und ein eskalierender Machtkampf im Aufsichtsrat das Vertrauen der Anleger. Die Aktie verlor daraufhin diese Woche deutlich an Wert.
Produktqualität und Führungskrise
Der unmittelbare Auslöser für den Kursrutsch war eine Entscheidung vom 20. Januar 2026: Lululemon stoppte den Online-Verkauf seiner neuen „Get Low“-Leggings in Nordamerika. Grund waren Kundenbeschwerden über mangelnde Opazität des Materials. Es ist bereits der zweite größere Produktfehler in jüngerer Zeit und erinnert an den berüchtigten Rückruf durchsichtiger Yoga-Hosen im Jahr 2013.
Parallel verschärfte sich die Lage in der Unternehmensführung. Gründer Chip Wilson, der 4,27 % der Anteile hält, eskalierte seinen Stellvertreterkrieg (Proxy Fight) und fordert den Rücktritt zweier langjähriger Direktoren vom Aufsichtsrat. Er wirft dem Gremium vor, für den Verfall des Aktionärswerts verantwortlich zu sein. Diese Machtkämpfe finden in einer kritischen Führungsphase statt: CEO Calvin McDonald scheidet am 31. Januar 2026 aus. Zudem drängt der aktivistische Investor Elliott Management auf eine neue Führungspersönlichkeit.
Anhaltender Abwärtstrend
Die jüngsten Probleme verschärfen einen bereits anhaltenden Abwärtstrend. In den letzten zwölf Monaten hat die Aktie etwa die Hälfte ihres Wertes verloren. Die wiederkehrenden Qualitätsprobleme gefährden das Premium-Image der Marke in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld mit Konkurrenten wie Vuori und Alo Yoga.
Trotz der Turbulenzen hält das Unternehmen an seiner aktuellen finanziellen Prognose für das vierte Quartal 2025 fest. Die Erwartungen liegen bei einem Umsatz zwischen 3,50 und 3,585 Milliarden US-Dollar.
Der Fokus der Anleger liegt nun auf dem nächsten Quartalsbericht am 26. März 2026, der die finanziellen Auswirkungen der Produktpause zeigen wird. Kurzfristig bleibt die Unsicherheit über die künftige Unternehmensführung der bestimmende Faktor, während die Aktie technisch weiter unter Druck steht.
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