Die Deutsche Lufthansa sendet derzeit gemischte Signale an ihre Anleger. Während der Konzern mit einer erweiterten Partnerschaft in Indien massiv auf internationale Expansion setzt, braut sich vor der eigenen Haustür neuer Ärger zusammen. Bei der Regionaltochter Cityline drohen nach gescheiterten Tarifverhandlungen Streiks, was die Aktie in ein Spannungsfeld zwischen langfristiger Strategie und kurzfristigen operativen Risiken manövriert.
Die Fakten im Überblick:
- Indien-Offensive: Absichtserklärung mit Air India zur strategischen Vertiefung der Zusammenarbeit unterzeichnet.
- Konzernweite Allianz: Die Kooperation umfasst auch Swiss, Austrian Airlines und ITA Airways.
- Eskalation: Tarifgespräche bei der Tochter Lufthansa Cityline sind gescheitert.
- Konsequenz: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bereitet eine Urabstimmung über Streiks vor.
Offensive auf dem Subkontinent
Lufthansa und Air India, beide Mitglieder der Star Alliance, wollen ihre Kräfte bündeln, um den wachstumsstarken indischen Luftverkehrsmarkt effizienter zu erschließen. Die unterzeichnete Absichtserklärung sieht vor, die Flugpläne besser aufeinander abzustimmen, um Passagieren kürzere Umsteigezeiten und optimierte Verbindungen zu bieten.
Dabei geht der Kranich-Konzern in die Breite: Neben der Kernmarke werden auch die Töchter Swiss, Austrian Airlines und ITA Airways eingebunden. Geplant sind zudem eine engere Verzahnung der Vielfliegerprogramme sowie teilweise zusammengelegte Vertriebsaktivitäten. Dies ist ein klarer Schritt, um die Marktposition in Asien langfristig zu sichern.
Arbeitskampf bei Cityline droht
Während international die Weichen auf Wachstum gestellt werden, knirscht es im Inlandsgeschäft. Nach dem Pilotenstreik bei der Kernmarke droht nun ein Arbeitskampf bei der Regionaltochter Lufthansa Cityline. Die Verhandlungen mit der Vereinigung Cockpit (VC) wurden für gescheitert erklärt. Die Gewerkschaft fordert für die Jahre 2024 bis 2026 jährliche Gehaltsanpassungen von 3,3 Prozent, was die Arbeitgeberseite laut VC nur im Gegenzug für Kompensationen an anderer Stelle gewähren wollte.
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Brisant ist der Hintergrund: Der Betrieb von Cityline soll im kommenden Jahr zugunsten der neuen Tochter Lufthansa City Airlines eingestellt werden. Dieser Umstand verhärtet die Fronten zusätzlich, da es für die Beschäftigten nicht nur um Gehälter, sondern faktisch um die Abwicklungsphase geht.
Mit einem aktuellen Kurs von 9,21 Euro zeigt sich das Papier heute trotz der Nachrichtenlage stabil (+0,20 %). Die Anleger honorieren offenbar die strategische Ausrichtung mehr als sie die lokalen Risiken fürchten, was sich auch im Kurszuwachs von 7,27 % seit Jahresanfang widerspiegelt.
Fazit
Die Lufthansa agiert derzeit auf zwei völlig unterschiedlichen Ebenen. Der Deal mit Air India ist ein logischer strategischer Schachzug für künftige Marktanteile, während der Konflikt bei Cityline ein mühsames Rückzugsgefecht darstellt. Für den weiteren Kursverlauf wird entscheidend sein, ob das Management die Abwicklung der Cityline und den Start der neuen City Airlines ohne massive operative Störungen durch Streiks über die Bühne bringt.
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