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Lufthansa Aktie: Spohr rudert zurück

Lufthansa-Chef Spohr revidiert seine Jahresziele: Statt eines deutlichen Gewinnanstiegs droht 2026 nun ein Rückgang. Die Aktie fällt deutlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Spohr korrigiert Gewinnprognose nach unten
  • Aktie stürzt um 8,7 Prozent ab
  • Kerosinkosten und Streiks belasten Bilanz
  • JPMorgan bleibt bei neutraler Bewertung

Noch im Mai hatte Carsten Spohr Kurs gehalten: Das Vorjahresergebnis wollte der Lufthansa-Chef trotz Kriegsfolgen und teurem Kerosin „deutlich“ übertreffen. Nach den Zahlen zum zweiten Quartal klingt das anders. Für 2026 hält Spohr nun selbst einen Gewinnrückgang im Tagesgeschäft für möglich.

Der Markt reagierte prompt. Die Aktie verlor im frühen Handel 8,7 Prozent auf 8,42 Euro.

Kerosin und Streiks reißen Loch in die Bilanz

Der Umsatz legte im zweiten Quartal um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro zu. Trotzdem brach das bereinigte operative Ergebnis um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ein, der Überschuss sackte sogar um 88 Prozent auf 123 Millionen Euro ab. Damit blieb der Konzern unter den Erwartungen der Analysten.

Der Iran-Krieg trieb die Treibstoffkosten bei den Netzwerk-Airlines um mehr als 600 Millionen Euro nach oben, konzernweit waren es rund 750 Millionen Euro. Höhere Ticketpreise vor allem auf Asien-Strecken konnten das nicht auffangen. Hinzu kamen die Streiks vom April und das plötzliche Aus der Regionaltochter Lufthansa Cityline, was die Passagierzahl um vier Prozent auf 35,6 Millionen drückte.

Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand jetzt mit einem bereinigten operativen Ergebnis zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro – eine Spanne, die den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro auch unterschreiten könnte. Von den ursprünglichen Ausbauplänen für das Flugangebot ist ebenfalls nichts mehr übrig: Statt der zu Jahresbeginn angepeilten vier Prozent mehr Kapazität rechnet Lufthansa nun mit Stillstand.

Ein kleiner Trost bleibt: Die erwarteten Treibstoffkosten für das Gesamtjahr sanken leicht auf 8,7 Milliarden Euro, 200 Millionen Euro weniger als im Mai kalkuliert.

Swiss und JPMorgan liefern wenig Hoffnung

Auch bei der Schweizer Tochter Swiss zeigt sich das Muster: Der Umsatz stieg um 3,2 Prozent auf 2,77 Milliarden Franken, während der Betriebsgewinn im gleichen Ausmaß auf 189,3 Millionen Franken sank. Nachdem Absicherungsgeschäfte die Kerosinpreise im ersten Quartal noch gedämpft hatten, schlugen die Kosten im Frühling ungebremst durch.

JPMorgan beließ die Einstufung nach den Zahlen auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 8 Euro. Analyst Harry Gowers verwies auf das verfehlte Quartal und die gesenkten Jahresziele – und rechnet mit anhaltender Kursschwäche.

Wie stark der Gewinn 2026 am Ende tatsächlich schrumpft, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Kerosinpreise in der zweiten Jahreshälfte entwickeln. Die Bandbreite von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro lässt dem Vorstand selbst wenig Spielraum für Prognosesicherheit.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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