Der Iran-Krieg hatte im Frühjahr eine ganze Reihe von Nahost-Verbindungen der Lufthansa Group lahmgelegt. Jetzt zieht der Konzern einen Schlussstrich unter die Pause und kehrt schrittweise in die Golfregion zurück. Für eine Airline, deren Aktie zuletzt vor allem wegen Ölpreisen und Kostendruck Negativschlagzeilen machte, ist das eine der wenigen Nachrichten mit positivem Vorzeichen.
Drei Airlines, drei Routen, ein Zeitplan
Den Anfang macht die Kernmarke Lufthansa selbst: Ab dem 10. September nimmt sie die Verbindung von Frankfurt nach Riad wieder auf, zunächst dreimal pro Woche. Kurz darauf zieht ITA Airways nach, seit der Übernahme Teil der Lufthansa Group, und fliegt ab dem 15. September fünfmal wöchentlich von Rom nach Riad. Den Abschluss bildet Austrian Airlines, die ab dem 2. Oktober die Strecke Wien–Amman dreimal wöchentlich bedient.
Der Konzern betont, die Lage im Nahen Osten weiter genau zu beobachten und in engem Austausch mit den Behörden zu stehen. Änderungen am Flugplan seien angesichts der weiter dynamischen Situation nicht ausgeschlossen — ein Vorbehalt, der nach den abrupten Streichungen im Frühjahr nachvollziehbar ist.
Ölpreis bleibt der eigentliche Belastungsfaktor
Die Wiederaufnahme der Golf-Strecken ändert wenig an der grundsätzlichen Marktstimmung, die der Aktie derzeit zu schaffen macht. Zuletzt gestiegene Ölpreise drücken auf die Kurse von Airline-Titeln, obwohl die Lufthansa einen erheblichen Teil ihres Kerosinbedarfs über Termingeschäfte absichert und kurzfristige Preissprünge damit abfedern kann.
Dass die Nervosität nicht nur ein Lufthansa-Thema ist, zeigte sich am Vortag bei United Airlines. Der US-Konkurrent verdiente im zweiten Quartal 1,99 Dollar je Aktie und übertraf damit zum vierten Mal in Folge die Analystenprognosen, bei einem Umsatzplus von 16 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar. Trotz angehobener Jahresprognose gab die Aktie spürbar nach — Marktteilnehmern war der Ausblick offenbar zu vorsichtig. Das legt nahe: Auch in den USA bleibt das Sentiment für Airline-Aktien angespannt, unabhängig von den eigentlichen Geschäftszahlen.
Für die Lufthansa bedeutet die Rückkehr nach Riad und Amman zunächst vor allem eines: ein Stück Normalisierung im Streckennetz nach den kriegsbedingten Ausfällen. Ob sich das auch im Kurs niederschlägt, dürfte vom Ölpreis und der weiteren geopolitischen Entwicklung im Nahen Osten abhängen — Faktoren, auf die der Konzern selbst kaum Einfluss hat.
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