Rekordumsatz, steigende Dividende, ein überraschend starker ITA-Beitrag – und trotzdem steht die Aktie unter Druck. Lufthansa lieferte für 2025 die stärksten Umsatzzahlen der Unternehmensgeschichte, doch Geopolitik und ein schwelender Tarifkonflikt überschatten die Bilanz.
Zahlen stimmen – Markt schaut woanders hin
Der Konzernumsatz kletterte 2025 um fünf Prozent auf 39,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) stieg von 1,6 auf rund zwei Milliarden Euro, die operative Marge verbesserte sich auf 4,9 Prozent. 135 Millionen Passagiere und ein Sitzladefaktor von 83,2 Prozent – beides Rekordwerte.
Besonders stark: Lufthansa Cargo steigerte seinen operativen Gewinn um 29 Prozent auf 324 Millionen Euro, Lufthansa Technik schloss neue Verträge mit einem Gesamtvolumen von 8,8 Milliarden Euro ab. Und die neu integrierte ITA Airways – Nachfolgegesellschaft der ehemaligen Alitalia – steuerte bereits im ersten vollständigen Jahr als Konzerntochter einen positiven Ergebnisbeitrag von 90 Millionen Euro bei. Für eine Airline-Übernahme ist das bemerkenswert.
Auch das Turnaround-Programm der Kernmarke zeigt Wirkung: Lufthansa Airlines erzielte erstmals wieder eine positive Adjusted-EBIT-Marge von 0,9 Prozent, ein Ergebniszuwachs von rund 250 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Kumuliert soll das Programm bis 2028 einen Bruttoeffekt von 2,5 Milliarden Euro erzielen.
Nahost-Krise und Tarifstreit als Belastungsfaktoren
Warum reagiert der Kurs dennoch mit Verlusten? Die Antwort liegt in zwei konkreten Risiken, die der Markt derzeit höher gewichtet als die soliden Fundamentaldaten.
Erstens die Lage im Nahen Osten: Seit Ende Februar hat Lufthansa Flüge in mehrere Destinationen ausgesetzt – darunter Tel Aviv bis 22. März und Beirut bis 28. März. Zahlreiche Langstreckenverbindungen nach Asien erfordern erhebliche Umwege, was den Kerosinverbrauch erhöht und die ohnehin schmalen Margen belastet. Gleichzeitig steigen die Ölpreise, was den Druck zusätzlich verstärkt. Eine präzise Ergebnisprognose für 2026 ist unter diesen Bedingungen kaum möglich – das räumt das Unternehmen selbst ein.
Zweitens der Tarifkonflikt bei der Regionaltochter Lufthansa Cityline: Ende Februar stimmten 99 Prozent der Piloten bei einer Beteiligung von 95 Prozent für potenzielle Streikmaßnahmen. Die Vereinigung Cockpit fordert jährliche Gehaltsanpassungen von 3,3 Prozent für die Jahre 2024 bis 2026. Sollten Arbeitsniederlegungen folgen, wäre vor allem der Zubringerverkehr zu den Drehkreuzen Frankfurt und München betroffen.
Hinzu kommt: Die Deutsche Börse bestätigte zuletzt, dass die DAX-Zusammensetzung zum 23. März 2026 unverändert bleibt. Lufthansa verbleibt außerhalb des Leitindex – seit dem Ausscheiden 2020. Frische Nachfrage durch indexgebundene Fonds bleibt damit aus.
Dividende steigt, Kurs unter dem 50-Tage-Schnitt
Für das Geschäftsjahr 2025 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 12. Mai eine Dividende von 0,33 Euro je Aktie vor – ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf den aktuellen Kurs von 7,95 Euro entspricht das einer Rendite von rund vier Prozent.
Charttechnisch notiert die Aktie mit einem Abstand von knapp zehn Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 8,80 Euro – ein Zeichen, dass der kurzfristige Druck anhält. Mittelfristig strebt Lufthansa eine Adjusted-EBIT-Marge von acht bis zehn Prozent an. Ob dieses Ziel erreichbar ist, hängt wesentlich davon ab, wie schnell sich die geopolitische Lage im Nahen Osten entspannt und ob der Tarifstreit bei Cityline ohne Streikwellen beigelegt werden kann.
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