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Lufthansa Aktie: Rekordumsatz ist im Kasten

Höhere Kerosinkosten begrenzen den Jahresausblick, obwohl Lufthansa im dritten Quartal Umsatz und operatives Ergebnis steigerte.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinnprognose reicht bis zwei Milliarden Euro
  • Sommerumsatz erreicht 12,2 Milliarden Euro
  • Treibstoffrechnung steigt um 600 Millionen Euro
  • JPMorgan hält an neutraler Einstufung fest

Lufthansa kann höhere Kerosinkosten mit starken Ticketpreisen und Einsparungen abfedern – aber nicht vollständig aus dem Jahresausblick heraushalten. Der Konzern hat heute trotz eines besseren Sommerquartals die Obergrenze seiner Gewinnprognose gesenkt. Für Anleger zählt damit vor allem, ob die robuste Nachfrage auch im Schlussquartal genügend Ertragskraft liefert. JPMorgan verweist auf die Erwartung einer starken Preisentwicklung.

Weniger Spielraum beim Jahresgewinn

Für 2026 erwartet Lufthansa ein bereinigtes operatives Ergebnis von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro. Damit engt das Unternehmen seine Prognose am oberen Ende ein. Die Untergrenze bleibt unverändert.

Zuvor hatte der Konzern einen höheren Gewinn für möglich gehalten. Die Korrektur ist keine Absage an die robuste Nachfrage. Sie zeigt vielmehr, dass selbst höhere Ticketpreise und Kostendisziplin den zusätzlichen Druck durch Treibstoff nicht unbegrenzt ausgleichen können.

Die bisherige Obergrenze lag bei 2,2 Milliarden Euro. Zugleich erwartet Lufthansa für das Gesamtjahr eine Treibstoffrechnung von 9,3 Milliarden Euro. Das sind 600 Millionen Euro mehr als in der Prognose von Anfang August.

Laut Reuters belasten die infolge des Irankriegs hohen Kerosinkosten das Ergebnis trotz umfangreicher Absicherungen. Für das Schlussquartal nennt der Konzern deshalb nicht nur die Nachfrage als entscheidenden Faktor. Auch die Entwicklung der Treibstoffkosten und der Ergebnisbeitrag von Lufthansa Cargo bestimmen den weiteren Verlauf.

Die Absicherung bleibt dennoch ein wichtiger Puffer: Der Treibstoffbedarf der Passagier-Airlines ist 2026 zu rund 86 Prozent abgesichert. Für das Folgejahr liegt die Quote bei über 60 Prozent.

Solche Sicherungsgeschäfte begrenzen die Belastung, beseitigen sie aber offensichtlich nicht. Für Anleger ist deshalb die Unterscheidung wichtig: Lufthansa meldet ein operativ verbessertes Sommergeschäft und muss gleichzeitig die Erwartungen an das Gesamtjahr dämpfen. Beide Aussagen stehen nebeneinander.

Preisstärke trägt das Sommergeschäft

Im dritten Quartal 2026 erzielte Lufthansa einen Rekordumsatz von 12,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von 9 Prozent.

Besonders gefragt waren Premiumtickets sowie Flüge nach Asien und Nordamerika. Die robuste Nachfrage ermöglichte höhere Ticketpreise. Zusammen mit Einsparungen reichte das aus, um den gestiegenen Treibstoffaufwand im Sommerquartal mehr als auszugleichen. Das ist der operative Gegenpol zur vorsichtigeren Jahresprognose.

Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 6 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Die von Reuters genannte Analystenerwartung hatte bei 1,37 Milliarden Euro gelegen.

Damit übertraf Lufthansa die Gewinnerwartungen leicht. Der Zuwachs bedeutet allerdings nicht, dass jeder zusätzliche Euro Umsatz mit derselben Profitabilität im Konzern ankam. Die Kostenbelastung hinterließ weiterhin Spuren in der Marge.

Die bereinigte operative Marge sank auf 11,5 Prozent nach 11,9 Prozent im Vorjahresquartal. Allein die zusätzlichen Treibstoffkosten beliefen sich auf 543 Millionen Euro.

Auch innerhalb des Konzerns fällt das Bild unterschiedlich aus. Nach den heute veröffentlichten Zahlen steigerten sämtliche Konzernairlines mit Ausnahme von Lufthansa Airlines ihre Ergebnisse. Der Konzernfortschritt darf deshalb nicht mit einer gleichmäßigen Verbesserung aller Fluggesellschaften verwechselt werden.

Analyst bleibt trotz guter Zahlen neutral

Lufthansa Cargo verdreifachte den operativen Quartalsgewinn auf 162 Millionen Euro. Lufthansa Technik steigerte ihr bereinigtes Ergebnis um 54 Prozent auf 200 Millionen Euro.

Fracht und Wartung stützten damit die Entwicklung, während das Ergebnis der Netzwerk-Airlines zurückging. Diese Aufteilung ist auch für den Ausblick relevant: Lufthansa nennt Cargo ausdrücklich als einen der Faktoren für das Schlussquartal. Der Konzern setzt also nicht allein auf das Passagiergeschäft.

JPMorgan bestätigte nach den Zahlen die Einstufung „Neutral“ und das Kursziel von 7 Euro. Analyst Harry J. Gowers bezeichnete die Kennziffern als durchweg gut. Zugleich verwies er auf Lufthansas Erwartung einer starken Preisentwicklung im Schlussquartal.

Die positive Bewertung der Quartalszahlen führt damit nicht automatisch zu einer Kaufempfehlung. Gute Sommerergebnisse und der vorsichtigere Jahresausblick werden vom Analysehaus unterschiedlich gewichtet. Entscheidend bleibt, wie viel von der Preisstärke nach Abzug der höheren Kosten übrig bleibt.

An der Börse überwiegt heute zunächst die Zuversicht: Die Aktie gewinnt 3,6%. Die operative Aufgabe ist damit klar umrissen: Lufthansa muss die starke Nachfrage weiter in höhere Erlöse übersetzen, ohne dass die Treibstoffrechnung den zusätzlichen Ertrag aufzehrt.

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Diskussion zu Lufthansa

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.