Während hunderttausende Passagiere am Boden bleiben, treibt der Kranich-Konzern hinter den Kulissen einen massiven Strukturwandel voran. Ein neuer Pilotenstreik legt ab Montag weite Teile des Flugbetriebs lahm. Gleichzeitig zementiert das Management mit einem frischen Tarifabschluss bei der neuen Billigtochter City Airlines eine günstigere Zukunft – sehr zum Ärger der etablierten Gewerkschaften.
Eskalation im Flugbetrieb
Die unmittelbare operative Lage bleibt extrem angespannt. Direkt nach dem Ausstand der Kabinengewerkschaft UFO, der am Freitag rund 72.000 Reisende traf, ruft die Vereinigung Cockpit (VC) zur nächsten Eskalation auf. Ab Montag streiken die Piloten für zwei Tage bei der Kernmarke, Lufthansa Cargo und Eurowings. Das Unternehmen rechnet mit einem Ausfall von 80 bis 90 Prozent aller Flüge.
Zentrale Streitpunkte sind festgefahrene Verhandlungen um die betriebliche Altersversorgung. Die von der Gewerkschaft geforderte Verdopplung der Leistungen weist das Management strikt als absurd und unerfüllbar zurück.
Der Umbau läuft auf Hochtouren
Parallel zum Tarifchaos bei den Kernmarken vollzieht sich ein tiefergreifender Umbruch. Am Freitag gelang eine überraschende Einigung mit der Gewerkschaft Verdi für das Personal der neu gegründeten Tochter City Airlines. Dieser Abschluss sichert dem fliegenden Personal zwar Gehaltssteigerungen und bessere Arbeitsbedingungen bis 2029.
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Das eigentliche Ziel des Konzerns liegt jedoch in der Kostensenkung: Die teurere Regionaltochter CityLine wird bis Ende 2026 komplett abgewickelt. Ihre Zubringerflüge übernimmt künftig die neue City Airlines, die mit deutlich niedrigeren Kostenstrukturen operiert. Die Pilotengewerkschaft VC wirft dem Management angesichts dieser Parallelverhandlungen eine gezielte Intransparenz vor.
An der Börse wird das harte Durchgreifen bei den Kostenstrukturen offenbar mit vorsichtigem Optimismus quittiert. Trotz der Streiknachrichten verabschiedete sich das Papier am Freitag mit einem leichten Plus bei 7,94 Euro ins Wochenende. Auf Jahressicht verbucht der Titel allerdings noch immer ein Minus von rund sieben Prozent.
Neben den internen Konflikten belasten auch externe Faktoren den Flugplan erheblich. Bis Ende April bleiben alle Verbindungen in den Nahen Osten ausgesetzt, Flüge nach Tel Aviv fallen sogar bis Ende Mai aus. Wie tief die aktuelle Streikwelle und die geopolitischen Flugausfälle tatsächlich in die Kasse greifen, wird das Management im Mai mit der Vorlage des Berichts für das erste Quartal beziffern.
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