Die Lufthansa hat die Freistellungsvereinbarung für Vertreter der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) einseitig aufgekündigt. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einem mutmaßlichen Missbrauch der Regelung während vergangener Streikmaßnahmen. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.
Internationaler Gegenwind für Carsten Spohr
Die weltweite Pilotenorganisation Ifalpa hat sich hinter die VC gestellt und fordert CEO Carsten Spohr zur sofortigen Rückkehr zur bisherigen Praxis auf. Der Kern des Problems: Ohne Freistellung verlieren Gewerkschaftsvertreter den Zugang zu sicherheitsrelevanten Gremien — ein Umstand, der die Fronten weiter verhärten dürfte, statt sie zu entspannen.
Parallel dazu verlängerte die Lufthansa Group die Aussetzung ihrer Flüge nach Dubai bis mindestens 31. Mai 2026. Betroffen sind neben der Kernmarke auch SWISS, Austrian Airlines und ITA Airways. Dazu kommen steigende Kerosinpreise infolge des Iran-Konflikts, die das dichte Langstreckennetz der Lufthansa überproportional belasten und die Margen im laufenden Quartal spürbar drücken könnten.
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Jubiläum im Schatten operativer Belastungen
Am Montag feierte der Konzern am Flughafen Berlin Brandenburg den 100. Jahrestag seines ersten Linienflugs — eine Boeing 787-9 wurde auf den Namen „Berlin“ getauft. Für Mitte April ist zudem ein Charterflug mit dem Airbus A380 auf der Route München–Tokio Narita angekündigt. Symbolische Gesten, während der Markt auf härtere Zahlen wartet.
Der nächste konkrete Prüfstein ist der 6. Mai 2026, wenn Lufthansa den Zwischenbericht für das erste Quartal vorlegt. Wenige Tage später, am 12. Mai, steht die Hauptversammlung an — unter anderem mit der Abstimmung über die Wahl von Bayer-CFO Wolfgang Nickl in den Aufsichtsrat. Bis dahin dürfte die Kombination aus ungeklärtem Tarifkonflikt und unkalkulierbaren Treibstoffkosten die Aktie unter Druck halten.
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