Ausgerechnet zum Ende der Osterferien legt die Kabinengewerkschaft UFO bei Lufthansa und Lufthansa CityLine die Arbeit nieder. Über 520 Flüge fallen am heutigen Freitag aus, rund 90.000 Passagiere sind betroffen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall — er maximiert den Druck auf das Unternehmen.
Zwei Konflikte, ein Streiktag
Der Ausstand speist sich aus zwei parallelen Tarifstreitigkeiten. Einerseits fordert UFO bessere Arbeitsbedingungen für rund 19.000 Kabinenmitglieder. Andererseits verlangt die Gewerkschaft einen Sozialplan für etwa 800 CityLine-Beschäftigte, die von der geplanten Schließung der Tochtergesellschaft betroffen sind. Lufthansa CityLine soll durch die neue Lufthansa City Airlines ersetzt werden — ein Umbau, der die Belegschaft direkt trifft.
UFO wirft dem Konzern vor, sich in den Verhandlungen keinen Millimeter bewegt zu haben. Lufthansa betont, weiterhin gesprächsbereit zu sein, und bezeichnet den Streikaufruf als besonders belastend für Reisende in der Osterrückreisewelle.
Betroffen sind alle Lufthansa-Abflüge aus Frankfurt und München sowie CityLine-Verbindungen an neun deutschen Flughäfen, darunter Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Lufthansa selbst rechnet damit, dass 80 bis 90 Prozent aller Flüge ausfallen. Nicht betroffen sind Eurowings, SWISS, Austrian Airlines und Brussels Airlines.
Operativer Druck auf mehreren Ebenen
Es ist nicht der erste Ausstand in diesem Jahr. UFO und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatten bereits Mitte Februar koordiniert gestreikt, die Piloten legten Mitte März erneut für zwei Tage die Arbeit nieder — ihr Tarifkonflikt ist weiterhin ungelöst.
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Zusätzlich hat die gesamte Lufthansa-Gruppe Flüge in den Nahen Osten bis Ende April ausgesetzt, Verbindungen nach Tel Aviv sogar bis Ende Mai. Zwei operative Belastungen gleichzeitig, die sich im laufenden Quartal niederschlagen werden.
Für betroffene Passagiere gilt: Ein Kabinenstreik zählt nach EU-Recht nicht als außergewöhnlicher Umstand. Lufthansa haftet damit für die Ausfälle, Entschädigungen von bis zu 600 Euro können fällig werden. Umbuchungen auf andere Lufthansa-Group-Flüge sind bis zum 17. April kostenlos möglich, bei gestrichenen Inlandsflügen auch auf Deutsche Bahn.
Quartalszahlen als nächster Gradmesser
Ab Samstag will Lufthansa weitgehend zum regulären Flugbetrieb zurückkehren. Das volle Ausmaß des heutigen Schadens — finanziell wie reputationsbezogen — wird erst die Q1-Zahlen sichtbar machen, die am 6. Mai 2026 veröffentlicht werden. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2025 erzielte die Lufthansa Group einen Umsatz von 39,6 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 2,0 Milliarden Euro. Wie stark die anhaltenden Arbeitskonflikte an diesem Ergebnis knabbern, zeigt sich in weniger als vier Wochen.
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