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Lufthansa Aktie: Nahost-Rückzug bis Herbst

Die Lufthansa Group setzt den Flugbetrieb in den Nahen Osten bis Oktober aus und vollzieht die Integration von ITA Airways in das Vielfliegerprogramm Miles & More.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Flugausfälle zu acht Zielen bis Ende Oktober
  • ITA Airways wechselt zu Miles & More
  • Asien-Buchungen steigen um 75 Prozent
  • Aktienkurs deutlich unter Jahresdurchschnitt

Der Lufthansa-Konzern setzt auf Planbarkeit statt Hoffnung: Statt die Lage im Nahen Osten von Woche zu Woche neu zu bewerten, hat die Gruppe den Betrieb auf den meisten betroffenen Strecken gleich bis Ende Oktober ausgesetzt. Die Entscheidung ist ein klares Signal, dass das Management nicht mit einer raschen Entspannung rechnet.

Acht Ziele gestrichen, zwei Ausnahmen

Wegen des Iran-Kriegs stellen Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways, Edelweiss und Lufthansa Cargo die Flüge zu einer Reihe von Destinationen bis zum 24. Oktober 2026 ein — darunter Abu Dhabi, Amman, Beirut, Riad und Teheran. Dubai und Tel Aviv bleiben vorerst bis Ende Mai gestrichen, werden danach aber separat bewertet. Betroffene Passagiere können kostenlos umbuchen oder erhalten den vollen Ticketpreis zurück.

Der Konzern nennt neben der Sicherheitslage auch einen operativen Vorteil: Planbare Langzeitstreichungen erlauben eine stabilere Einsatzplanung für Flugzeuge und Crews. Gleichzeitig profitiert die Gruppe offenbar anderswo — die Vorbuchungen für Asien-Direktflüge sollen um 75 Prozent gestiegen sein, weil Golf-Carrier auf diesen Routen Kapazitäten abbauen.

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ITA Airways integriert sich weiter

Parallel vollzieht der Konzern einen wichtigen Integrationsschritt mit der italienischen Tochter: Ab dem 1. April wechselt ITA Airways in das Miles-&-More-Programm und tritt gleichzeitig der Star Alliance bei. Das eigene Programm ITA Volare wird damit abgelöst. Für die 39 Millionen Miles-&-More-Mitglieder öffnet sich das Streckennetz der Italiener; ITA-Passagiere erhalten Zugang zu 35 Airline-Partnern weltweit. Die Integration folgt auf den Einstieg der Lufthansa Group bei ITA mit 41 Prozent im Januar 2025.

Aktie deutlich unter Jahresdurchschnitt

Die Aktie notierte gestern bei 7,55 Euro und liegt damit rund zwölf Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 8,57 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Titel knapp zwölf Prozent verloren — der Nahost-Rückzug belastet die Stimmung, auch wenn der Konzern für 2026 offiziell einen deutlich über dem Vorjahr liegenden Adjusted EBIT anpeilt. Wie stark der Wegfall eines ganzen Streckensystems bis Herbst dieses Ziel unter Druck setzt, lässt sich erst mit präziseren Eckdaten zur Nahost-Exposition beziffern — die der Konzern bislang nicht veröffentlicht hat.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.