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Lufthansa Aktie: MWB sieht 21-Euro-Potenzial

Lufthansa wird unter dem Substanzwert gehandelt, während die Expansion bei ITA Airways voranschreitet. Analysten sehen Kurspotenzial.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Flottenwert übersteigt Börsenbewertung deutlich
  • Geplanter ITA-Anteilskauf für 325 Millionen Euro
  • Treibstoffkosten von 1,7 Milliarden erwartet
  • Aktie notiert bei 8,36 Euro

Lufthansa wird an der Börse weit unter ihrem physischen Wert gehandelt. Während der Konzern aktuell mit rund 10 Milliarden Euro bewertet wird, taxieren Analysten allein den Zeitwert der Flotte deutlich höher. Diese Diskrepanz rückt die Aktie pünktlich zum Start der Reisesaison in ein neues Licht.

Diskrepanz zwischen Börsenkurs und Flottenwert

Das Hamburger Analysehaus MWB Research sieht einen deutlichen Abschlag zum inneren Wert des Unternehmens. In einem theoretischen Szenario, in dem der Konzern zerschlagen und die Flugzeuge einzeln veräußert würden, läge der Erlös signifikant über dem aktuellen Börsenkurs. Die Analysten werten das Papier daher als unterbewertet.

Einzelne Experten sehen den fairen Wert der Aktie im Bereich von 21 Euro. Das steht in starkem Kontrast zum aktuellen Kursniveau, das derzeit deutlich unter den Höchstständen der vergangenen Monate liegt.

Strategischer Meilenstein in Italien

Parallel dazu treibt das Management die Expansion im Mittelmeerraum voran. Lufthansa beabsichtigt, den Anteil an der italienischen Nationalairline ITA Airways von 41 auf 90 Prozent aufstocken. Für die zusätzliche Tranche sieht die Vereinbarung einen Kaufpreis von rund 325 Millionen Euro vor.

Damit etabliert der Konzern Rom als fünftes großes Drehkreuz neben Frankfurt, München, Wien und Zürich. Die technische Integration in das Vielfliegerprogramm Miles & More sowie in die Star Alliance gilt bereits als weitgehend abgeschlossen. Die vollständige operative Eingliederung wird für den Beginn des kommenden Jahres erwartet.

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Operative Risiken im Sommergeschäft

Das Umfeld bleibt indes volatil. Branchenexperten warnten zuletzt vor möglichen Personalengpässen in der Hauptreisezeit, was die operative Stabilität gefährden könnte. Hinzu kommen prognostizierte Treibstoff-Mehrkosten von 1,7 Milliarden Euro für das Gesamtjahr. Um dieses Risiko zu dämpfen, hat das Management rund 80 Prozent des Kerosinbedarfs abgesichert.

Die Aktie beendete die Handelswoche bei 8,36 Euro. Damit notiert das Papier knapp 13 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch aus dem Februar. Technisch betrachtet liegt der Kurs rund 6,6 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 56,6 eine neutrale Lage.

Im weiteren Verlauf des Junis stehen Details zur ITA-Integration und erste Tendenzen zur Buchungslage für die Sommerferien an. Die vollständigen Ergebnisse für das zweite Quartal folgen im August. Bis dahin dürfte die Debatte um den Substanzwert der Aktie ein zentrales Thema für Investoren bleiben.

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