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Lufthansa Aktie: EBIT stürzt um 56 Prozent

Lufthansa senkt Prognose nach schwachem Quartal und startet Schlichtung mit den Piloten. Die Aktie notiert nahe ihres Jahrestiefs.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EBIT-Einbruch um 56 Prozent
  • Jahresprognose deutlich gesenkt
  • Schlichtung mit Piloten vereinbart
  • Insiderkauf als Vertrauenssignal

Lufthansa steckt in einer schwierigen Phase: Nach der deutlichen Gewinnwarnung vom 4. August sucht der Konzern nun über eine Schlichtung mit den Piloten den Weg aus dem Tarifkonflikt. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Papier mit zwei Baustellen gleichzeitig – operativer Ergebnisdruck und Arbeitskämpfe.

Ergebnis bricht ein, Prognose sinkt

Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete Lufthansa zwar 8 Prozent mehr Umsatz, das bereinigte EBIT brach jedoch um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ein. Die Marge fiel von 8,4 auf 3,4 Prozent. Vorstandschef Carsten Spohr erklärte, höhere Ticketpreise hätten die gestiegenen Treibstoffkosten bislang nicht vollständig ausgleichen können. Er hält inzwischen auch einen Rückgang des operativen Gewinns für möglich.

Der Konzern reagierte mit einer gesenkten Jahresprognose: Statt eines im Mai noch avisierten Ergebnisses deutlich über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro peilt Lufthansa nun ein bereinigtes EBIT von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro an.

Parallel verzichtet der Konzern auf das ursprünglich geplante Kapazitätswachstum – statt der zu Jahresbeginn angepeilten 4 Prozent soll das Gesamtangebot 2026 nun stagnieren, eine weitere Kürzung des Europaangebots um 1 Prozent wird geprüft.

Der Kurs spiegelt diesen Druck wider: Die Aktie schloss am Montag bei 8,05 Euro und liegt damit 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,27 Euro aus dem Juli. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier 8,9 Prozent verloren, ein RSI von 34,3 signalisiert eine überverkaufte Situation.

Schlichtung soll Tarifstreit beenden

Deutlich mehr Bewegung gibt es beim Dauerkonflikt mit den Piloten. Lufthansa und die Vereinigung Cockpit einigten sich am 11. August auf ein Schlichtungsverfahren für Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo, Cityline und Eurowings, flankiert von Mediationsgesprächen zu weiteren Tarifthemen. Der Beginn ist möglicherweise noch im August vorgesehen, spätestens am 15. Oktober soll ein Schlichterspruch vorliegen, das Gesamtverfahren läuft bis Jahresende.

Lufthansa sicherte während des Verfahrens zu, keine Flugzeuge aus Lufthansa oder Lufthansa Cargo in andere Luftverkehrsbetreiberzeugnisse zu verlagern und keine neuen Cockpit-Tarifverträge mit anderen Gewerkschaften für VC-tarifierte Flugbetriebe abzuschließen. Der Konzern bezifferte die Kosten der Arbeitskämpfe im laufenden Jahr auf rund 150 Millionen Euro – ein Betrag, der die ohnehin geschrumpfte Marge zusätzlich belastet.

Insiderkauf und Starlink als Lichtblicke

Inmitten der schlechten Nachrichten gab es auch positive Signale. Vorstandsmitglied Dieter Vranckx kaufte am 7. August rund 11.000 Lufthansa-Aktien zum Kurs von 8,34 Euro, ein Investment von knapp 92.000 Euro. Solche Käufe aus dem Management werden von Marktteilnehmern oft als Vertrauenssignal gewertet.

Zudem treibt der Konzern seine Digitalisierung voran: Ab dem 19. August startet Lufthansa den ersten Flug mit kostenlosem Starlink-Highspeed-Internet an Bord eines A320neo, verfügbar für Miles & More Statuskunden und Travel-ID-Nutzer. Bis 2029 sollen konzernweit 850 Flugzeuge verschiedener Marken – darunter SWISS, Austrian Airlines und Eurowings – mit der Technologie ausgestattet werden.

Belastend wirkte zudem ein unbefristeter Streik von rund 1.200 Beschäftigten des Bodenabfertigers Groundforce in Barcelona seit dem 4. August, der Check-in, Boarding und Gepäckabfertigung auch für Lufthansa-Flüge beeinträchtigt. Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Operative Schwäche und Streikkosten drücken kurzfristig, während die Schlichtung zumindest einen Fahrplan zur Beilegung des Pilotenkonflikts liefert.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

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