Die Lufthansa übernimmt die Kontrolle in Italien. Im Juni 2026 erhöht der Konzern seinen Anteil an ITA Airways auf 90 Prozent. Dafür kauft Lufthansa weitere 49 Prozent der Anteile vom italienischen Finanzministerium. Der Preis für diesen Schritt: 325 Millionen Euro.
Bislang hielt der Kranich-Konzern seit Januar 2025 nur 41 Prozent an ITA. Das änderte nichts am operativen Geschäft. ITA flog bereits unter Lufthansa-Flagge – und erzielte 2025 den ersten Jahresgewinn seit der Privatisierung.
Der italienische Staat bleibt vorerst mit zehn Prozent an Bord. Den Restverkauf bereitet das Finanzministerium vor. Ende 2027 könnte auch das letzte Paket an Lufthansa gehen. Vorher prüfen noch die EU-Kommission und das US-Justizministerium die vollständige Integration.
Strategie für Südeuropa
Rom Fiumicino soll als Drehkreuz wachsen. Besonders auf Routen nach Südamerika sehen die Planer Potenzial. ITA Airways behält dabei ihre eigene Marke. Die operative Integration läuft bereits: optimierte Flugpläne, koordinierte Langstrecken und bessere Anbindung der Hubs Rom und Mailand stehen auf dem Programm.
Lufthansa stärkt damit ihr Netzwerk in Südeuropa. Der Markt wächst – vor allem bei Langstreckenflügen. Wer früh Drehkreuze und Slot-Paare sichert, hat langfristig Vorteile.
An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Aktie schloss am Freitag bei 8,51 Euro – ein Plus von 3,1 Prozent. Auf Jahressicht liegt das Papier 20,5 Prozent im Plus. Allerdings notiert es noch 11,2 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 9,59 Euro.
Die operative Erholung zeigt Wirkung. ITA trägt erstmals schwarze Zahlen bei. Bleibt die Integration sauber, könnten die Synergien schneller greifen als von manchen Analysten erwartet.
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