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LPKF Laser Aktie: Schneider von Elmos in den Aufsichtsrat

LPKF-Aktie steigt trotz operativer Verluste stark. Am 4. Juni muss das Management die LIDE-Strategie konkretisieren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktienkurs seit Jahresbeginn um 364% gestiegen
  • Hauptversammlung am 4. Juni in Hannover
  • Neuer Aufsichtsrat mit Halbleiterexpertise vorgeschlagen
  • LIDE-Technologie als Hoffnungsträger für Aufträge

LPKF steht vor einem selten klaren Spannungsfeld: Der Kurs läuft voraus, das Geschäft noch nicht. Im Juni muss das Management erklären, wie aus der LIDE-Technologie belastbare Aufträge werden sollen. Genau dort liegt der Kern der aktuellen Neubewertung.

Aktie preist viel Hoffnung ein

Am Montag notiert die LPKF-Aktie bei 27,90 Euro, ein Plus von 6,49 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich der Anstieg auf 364,23 Prozent.

Das ist keine normale Reaktion auf solide Quartalszahlen. Der Markt handelt vor allem die Hoffnung auf einen Durchbruch im Halbleiter-Packaging. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 254,93 Prozent. Das zeigt, wie stark der Kurs den operativen Fakten enteilt ist.

Hauptversammlung mit Personalwechsel

Die ordentliche Hauptversammlung findet am 4. Juni in Hannover statt. Auf der Tagesordnung stehen Jahresabschluss, Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie eine Änderung der Satzung.

Eine Dividende ist nicht vorgesehen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn von 7,56 Millionen Euro vollständig auf neue Rechnung vorzutragen.

Mehr Aufmerksamkeit dürfte der Aufsichtsrat bekommen. Dr. Dirk Michael Rothweiler scheidet nach Ablauf seiner Amtszeit aus. Als Nachfolger ist Dr. Arne Schneider vorgeschlagen, derzeit Vorstandsvorsitzender von Elmos Semiconductor. Seine Amtszeit soll bis 2029 laufen.

Der Personalvorschlag passt zur neuen Stoßrichtung. LPKF richtet sich stärker auf Advanced Semiconductor Packaging aus. Schneider bringt dafür Halbleitererfahrung sowie Kenntnisse in Rechnungslegung und Abschlussprüfung mit.

Operativ bleibt der Druck hoch

Die Zahlen liefern bislang wenig Rückenwind. Im Geschäftsjahr 2025 fiel ein Nettoverlust von 14,3 Millionen Euro an. Der Umsatz lag bei 115 Millionen Euro.

Auch der Jahresstart war schwach. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um rund 32 Prozent auf 17,1 Millionen Euro. Das unterstreicht, wie groß der Abstand zwischen Kursfantasie und Ist-Geschäft bleibt.

Für das laufende Jahr plant LPKF Erlöse zwischen 105 und 120 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge soll negativ bleiben. Potenzielle Volumenaufträge aus dem Halbleiter-Packaging sind in dieser Planung noch nicht enthalten.

Parallel dazu läuft das Transformationsprogramm „North Star“. LPKF verlagert die Produktion der Kunststoffschweißsysteme von Fürth nach Suhl. Das Ziel: niedrigere Kosten und eine zweistellige operative Marge bis 2028.

Branchenrückenwind gibt es dennoch. TPK Holding und ASE Technology arbeiten bei Advanced Packaging und Through-Glass-Vias zusammen und wollen eine Pilotlinie aufbauen. LPKF spricht selbst von konkreten Gesprächen mit mehreren Kunden und erwartet Vertragsabschlüsse noch im zweiten Quartal 2026.

Der 4. Juni liefert die erste Bühne für Antworten. Am 18. Juni soll CEO Klaus Fiedler auf einem Anlegerforum Details zur Langfriststrategie vorstellen. Bis dahin trägt vor allem die Erwartung den Kurs, dass LIDE bald vom Versprechen zum Auftrag wird.

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