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LPKF Laser Aktie: Schneider von Elmos in den Aufsichtsrat

Auf der Hauptversammlung von LPKF Laser steht das Sanierungsprogramm des Vorstands zur Disposition. Aktionäre fordern eine Kapitalerhöhung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neuer Aufsichtsrat mit Halbleiter-Expertise
  • Aktionäre fordern Kapitalerhöhung
  • Umsatz im ersten Quartal eingebrochen
  • Auftragseingang zeigt positive Dynamik

Auf der heutigen Hauptversammlung in Hannover entscheidet sich mehr als nur eine Personalfrage. LPKF Laser & Electronics steht unter Druck — von außen durch schwache Quartalszahlen, von innen durch Aktionäre, die das Sanierungsprogramm des Vorstands offen anfechten.

Halbleiter-Experte soll in den Aufsichtsrat

Der scheidende stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Dirk Michael Rothweiler wird durch Dr. Arne Schneider ersetzt — sofern die Hauptversammlung zustimmt. Schneider ist aktuell Vorstandschef des Chip-Entwicklers Elmos Semiconductor und soll das Mandat bis 2029 übernehmen.

Der Wechsel ist kein Zufall. LPKF richtet seine Strategie zunehmend auf Halbleiteranwendungen aus, insbesondere auf Glasbearbeitung für Advanced Packaging. Schneider bringt genau diese Branchenerfahrung mit — ergänzt durch Kenntnisse in Rechnungslegung und Abschlussprüfung. Als Abschlussprüfer soll Baker Tilly bestätigt werden, das die Abschlüsse bereits seit 2023 prüft. Ferner steht eine Satzungsänderung zur Abstimmung, die Hauptversammlungen künftig auch im 50-Kilometer-Umkreis des Unternehmenssitzes erlauben würde.

Gegenanträge setzen CEO unter Druck

Das eigentliche Konfliktthema ist das Sanierungsprogramm „North Star“ von CEO Klaus Fiedler. Es zielt auf Kostensenkungen und eine zweistellige operative Marge bis 2028. Aktionäre haben Gegenanträge eingereicht und fordern stattdessen eine Kapitalerhöhung, um die Vermarktung der LIDE-Technologie zu beschleunigen.

Laser Induced Deep Etching gilt als Schlüsselverfahren für Glassubstrate in der Chipfertigung — steckt aber weiterhin in der Testphase bei Kunden. Der eigentliche Hochlauf soll frühestens 2027 starten, die Phase mit hohen Stückzahlen erst ab 2029. Das Management lehnt die Kapitalerhöhung ab und verweist auf die Notwendigkeit finanzieller Unabhängigkeit in einem volatilen Marktumfeld. Eine Dividende wird es nicht geben: Den Bilanzgewinn von rund 7,6 Millionen Euro trägt der Vorstand vollständig auf neue Rechnung vor.

Schwache Zahlen, aber wachsender Auftragseingang

Die operative Lage liefert dem Vorstand wenig Rückenwind. Im ersten Quartal 2026 brach der Umsatz auf 17,1 Millionen Euro ein — ein Minus von 32,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das EBIT verschlechterte sich auf minus 6,9 Millionen Euro, hauptsächlich wegen des eingebrochenen Solarsegments.

Immerhin: Der Auftragseingang stieg auf 24,1 Millionen Euro, die Book-to-Bill-Ratio erreichte 1,4. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet LPKF einen Umsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro sowie eine bereinigte EBIT-Marge zwischen minus 3,0 und plus 4,5 Prozent — potenzielle Großaufträge aus dem Advanced-Semiconductor-Packaging-Bereich nicht eingerechnet. Das Unternehmen erwartet erste Produktionsabschlüsse noch im zweiten Quartal.

Die Aktie hat in den vergangenen sieben Tagen rund 25 Prozent verloren und notiert bei 21,00 Euro — dennoch liegt sie seit Jahresbeginn noch immer mit rund 249 Prozent im Plus. Am 23. Juli folgt der Halbjahresbericht, der zeigen wird, ob die Auftragsdynamik sich in echten Umsatz übersetzt.

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Diskussion zu LPKF Laser

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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