An der Börse feiert die LPKF Laser-Aktie ein massives Comeback. Seit Jahresbeginn schoss der Kurs um mehr als 385 Prozent nach oben und markierte gestern bei 29,20 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Hinter den Kulissen braut sich indes ein handfester Konflikt zusammen. Im Vorfeld der Hauptversammlung am 4. Juni fordern kritische Aktionäre, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern.
Streit um Zukunftsmarkt
Der Vorwurf der Investoren wiegt schwer: Das Management um CEO Klaus Fiedler treibe die Vermarktung der Schlüsseltechnologie LIDE zu langsam voran. Ein eingereichter Gegenantrag plädiert für eine sofortige Kapitalerhöhung. Damit wollen die Antragsteller ein deutlich aggressiveres Wachstum im Zukunftsmarkt für Advanced-Packaging erzwingen. Die Unternehmensführung empfiehlt die Ablehnung dieses Vorstoßes.
Nährboden für den Unmut liefert die schwache operative Entwicklung. Im ersten Quartal brach der Umsatz um fast ein Drittel auf 17,1 Millionen Euro ein. Das operative Minus weitete sich auf 6,9 Millionen Euro aus, primär getrieben durch ein schwaches Solargeschäft. Auch das vergangene Jahr endete tief in den roten Zahlen, eine Dividende ist nicht geplant.
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Sanierungskurs und neues Personal
Die Konzernspitze hält derweil an ihrem Effizienzprogramm „North Star“ fest. Die Produktion wird am Standort Suhl gebündelt, das Werk in Fürth ist bereits geschlossen. Für das laufende Jahr plant der Vorstand mit Restrukturierungskosten in Höhe von drei bis vier Prozent des Umsatzes.
Parallel dazu ordnet das Unternehmen sein Kontrollgremium neu. Dr. Arne Schneider, amtierender Chef der Elmos Semiconductor SE, soll in den Aufsichtsrat einziehen. Er bringt operative Erfahrung aus der Halbleiterindustrie mit — exakt der Sektor, in dem LPKF künftig wachsen will.
Auf der Hauptversammlung am 4. Juni muss sich das Management nun den direkten Fragen zum LIDE-Hochlauf stellen. Ein echter Start in der Massenfabrikation wird frühestens ab 2027 erwartet. Liefert CEO Fiedler auf dem anschließenden Investorenforum am 18. Juni keine belastbaren Zeitpläne, dürfte der Rückhalt für den aktuellen Sanierungskurs massiv bröckeln.
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