Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin sichert sich gleich zwei bedeutende internationale Aufträge – und die Aktie erreicht ein neues 52-Wochen-Hoch. Mexiko wird erster Betreiber eines erweiterten Transportflugzeug-Modells in Lateinamerika, während in Katar eine strategische Partnerschaft geschlossen wurde. Doch die guten Nachrichten werden von politischer Kritik begleitet.
Mexiko modernisiert Luftwaffe
Die mexikanische Luftwaffe (Fuerza Aérea Mexicana) wird als erste in Lateinamerika die C-130J-30 Super Hercules einsetzen. Das Transportflugzeug verfügt über einen um knapp fünf Meter verlängerten Rumpf und bietet deutlich mehr Frachtkapazität als ältere Modelle. Für Mexiko bedeutet der Kauf eine grundlegende Modernisierung: Die bisherigen C-130-Maschinen sind seit über fünf Jahrzehnten im Einsatz.
Parallel dazu unterzeichnete Lockheed Martin auf der Rüstungsmesse DIMDEX 2026 in Doha eine Absichtserklärung mit Barzan Holdings. Die Vereinbarung zielt auf den Aufbau eines Zentrums für Personalentwicklung und Verteidigungsinnovation für die katarischen Streitkräfte ab.
Politischer Gegenwind aus Washington
Während die Auftragsbücher voll sind, steht die Branche unter Beobachtung. US-Finanzminister Scott Bessent kritisierte beim Weltwirtschaftsforum in Davos die großen Rüstungskonzerne scharf. Er bemängelte Lieferrückstände von fünf bis sieben Jahren und stellte die Höhe von Aktienrückkäufen sowie Managervergütungen infrage – gemessen an der tatsächlichen Produktionsleistung.
Die Kritik kontrastiert mit den Zahlen: Lockheed Martin wies im dritten Quartal 2025 einen Auftragsbestand von 179 Milliarden Dollar aus. Das entspricht einer Umsatzvisibilität von über zweieinhalb Jahren. Analysten zeigen sich zurückhaltend: UBS hob das Kursziel auf 580 Dollar an, bewertet die Aktie aber weiterhin neutral. Jefferies sieht den fairen Wert bei 540 Dollar und verweist darauf, dass Ausführung und Lieferketten-Management entscheidend für künftiges Margenwachstum bleiben.
Quartalszahlen am 29. Januar
Am 29. Januar 2026 legt Lockheed Martin die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von rund 6,12 Dollar. Besondere Aufmerksamkeit dürfte dem Produktionshochlauf der PAC-3 MSE-Abwehrraketen gelten – die Jahreskapazität soll auf 2.000 Einheiten verdreifacht werden. Zudem wird das Management Stellung zu den politischen Vorwürfen bezüglich der Liefergeschwindigkeit beziehen müssen.
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