Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin verzeichnet eine Phase intensiver operativer Fortschritte und erfährt dafür deutliche Unterstützung von Analystenseite. Nach einer Reihe von Vertragsabschlüssen in Europa und Asien hob die Großbank UBS am Dienstag ihre Einschätzung für die Aktie an.
Die Experten stuften das Papier von Neutral auf Buy hoch und schraubten das Kursziel von 581 auf 674 US-Dollar nach oben. Als Grund nannten sie ein erwartetes mehrjähriges Gewinnwachstum, das vor allem durch die hohe Nachfrage nach Lenkwaffen, die Instandhaltung der F-35-Flotte und weitere Verteidigungsprogramme getrieben werde.
Expansionskurs in Europa und Kooperationen in Indien
Besondere Aufmerksamkeit erregte am Montag die Entscheidung Schwedens, das Raketenartilleriesystem HIMARS von Lockheed Martin zu erwerben. Der Auftrag hat laut Reuters einen Wert von rund 7 Milliarden schwedischen Kronen, was etwa 728,8 Millionen US-Dollar entspricht.
Die Vereinbarung umfasst rund zehn Werfer sowie die dazugehörige Munition. Während die Auslieferungen ab 2027 geplant sind, soll die Produktion der Munition in Schweden durch eine Kooperation zwischen Lockheed Martin und dem schwedischen Verteidigungskonzern Saab erfolgen.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Präsenz im indischen Markt voran. Gemeinsam mit Tata Advanced Systems und dem Javelin-Joint-Venture von Raytheon unterzeichnete Lockheed Martin am 2. September eine Absichtserklärung. Ziel ist die gemeinsame Produktion des Panzerabwehrsystems Javelin in Indien.
Diese Partnerschaft sieht vor, lokale Komponenten zu fertigen und die Endmontage sowie Integration der Systeme direkt vor Ort zu prüfen. Auch im Bereich der Luftwaffe meldet der Konzern Fortschritte: Am vergangenen Samstag wurden 50 Kampfflugzeuge vom Typ F-16V im Rahmen eines Modernisierungsprogramms an Griechenland ausgeliefert.
Stabile Erträge und technologische Investitionen
Neben den internationalen Großprojekten sicherte sich Lockheed Martin am 3. September drei neue Aufträge der US Navy mit einem Gesamtvolumen von 41,8 Millionen US-Dollar. Der größte Teilbetrag von 17,8 Millionen US-Dollar entfällt auf Design- und Ingenieursdienstleistungen für das Aegis-System, wobei die Arbeiten bis in die Jahre 2027 und 2028 reichen sollen.
Parallel dazu investiert die Risikokapitalsparte Lockheed Martin Ventures verstärkt in Zukunftstechnologien. Auf einem Demo-Tag am 2. September präsentierte das Unternehmen neue Portfolio-Beteiligungen in den Bereichen autonome Systeme, Quantentechnologie und Antriebe der nächsten Generation.
Anleger profitieren derzeit zudem von einer stabilen Dividendenpolitik. Das Unternehmen kündigte am 1. September eine Quartalsausschüttung von 3,45 US-Dollar pro Aktie an, die am 25. September an die am Stichtag 1. September registrierten Aktionäre ausgezahlt wird.
An der Börse zeigt sich das Papier heute mit einem leichten Plus von 0,5 % fest bei 454,70 €. Trotz der jüngsten Auftragsmeldungen notiert die Aktie damit noch 5,8 % unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, was die kurzfristig volatile Phase der vergangenen Wochen widerspiegelt.
Bereits vor rund zwei Wochen hatte ein Kooperationspaket für Peru für Aufsehen gesorgt, seither hat der Kurs jedoch 6,3 % nachgegeben. Die nun gemeldeten Großaufträge und das UBS-Upgrade könnten den Grundstein für eine stabilere Kursentwicklung legen.
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