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Lockheed Martin Aktie: GM Defense beschleunigt Bauteile

Lockheed Martin plant höhere PAC-3-Fertigung und investiert bis 2030 acht bis neun Milliarden US-Dollar in den Kapazitätsausbau.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ukraine meldet erteilte Produktionslizenzen
  • EU-Minister beraten über frühere Lieferungen
  • Jährlicher Ausstoß von 2.000 Raketen angestrebt
  • Auftragsbestand beträgt rund 230 Milliarden US-Dollar

Die weltweite Nachfrage nach bodengebundener Luftverteidigung setzt den US-Rüstungskonzern Lockheed Martin unter anhaltenden Lieferdruck. Rund um das Abwehrsystem Patriot zeichnen sich nun neue Weichenstellungen ab, die sowohl die Fertigungskapazitäten als auch die internationale Verteilung der begehrten Lenkflugkörper betreffen. Am Freitag beendete die Aktie den Handel bei 455,40 Euro mit einem Minus von 1,1 Prozent.

Politische Debatte um Lizenzen und Produktionsplätze

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Freitag nach einem Treffen am Rande der UN-Generalversammlung, US-Präsident Donald Trump habe die Genehmigung für Patriot-Produktionslizenzen in der Ukraine erteilt. Nach Angaben aus Kiew bestehen konkrete Vereinbarungen, während eine offizielle Bestätigung des Weißen Hauses am Freitag zunächst ausblieb.

Angesichts anhaltender Engpässe verfügt die Ukraine nach eigenen Angaben über lediglich zehn Prozent des benötigten Bestands an Abfangraketen. Branchenexperten weisen darauf hin, dass der Aufbau eigener Fertigungslinien für die komplexen Systeme logistisch anspruchsvoll ist und typischerweise über zwei Jahre in Anspruch nimmt.

Parallel dazu suchen europäische Partner nach kurzfristigen Lösungen. Am Montag beraten die Verteidigungsminister der Europäischen Union in Brüssel über Beschleunigungsmöglichkeiten für Lieferungen. Diskutiert wird unter anderem ein Tausch von Bestellplätzen bei Lockheed Martin, um Lieferungen vorzuziehen.

Zudem könnten Staaten wie Spanien oder Griechenland Raketen aus ihren Beständen abtreten. Aus einem Kreditrahmen von 90 Milliarden Euro haben EU-Länder bereits 3,2 Milliarden Euro für die Beschaffung von Raketen des Typs PAC-3 vorgesehen.

Kooperationen sollen Fertigung beschleunigen

Um die enormen Rückstände in den Auftragsbüchern abzuarbeiten, treibt Lockheed Martin den Ausbau der industriellen Kapazitäten voran. Die US Army hatte dem Konzern zuvor einen Rahmenvertrag über bis zu 58,6 Milliarden US-Dollar für PAC-3-MSE-Flugkörper mit einer Laufzeit bis zum Geschäftsjahr 2032 erteilt.

Das Unternehmen strebt eine Steigerung des Ausstoßes auf 2.000 Abfangraketen pro Jahr an und plant dafür bis 2030 Investitionen in Höhe von 8 bis 9 Milliarden US-Dollar.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters greift der Rüstungskonzern bei der Fertigung auf neue Partnerschaften zurück: Ende August trafen erste Gehäuseteile von GM Defense bei Lockheed ein, lediglich 22 Tage nach Unterzeichnung der entsprechenden Kooperationsvereinbarung. Traditionell beanspruchte die Beschaffung dieser Komponenten mehrere Monate.

Hoher Auftragsbestand stützt das Geschäft

Mit einem Auftragsbestand von rund 230 Milliarden US-Dollar verfügt der Konzern über ein solides Polster. Trotz der jüngsten Konsolidierung verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Kursplus von 9,5 Prozent.

Für Anleger bleibt die Skalierung der Produktion der entscheidende Faktor: Ob die geplanten Ausweitungen und Kooperationen die hohe Nachfrage der Streitkräfte zeitnah bedienen können, wird über die Ertragsentwicklung der kommenden Quartale entscheiden.

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