Schwache Quartalszahlen, negativer freier Cashflow und ein Kurs auf dem tiefsten Stand seit Monaten — Lockheed Martin hat Investoren mit dem Q1-Bericht 2026 enttäuscht. Das Management hält dennoch an der Jahresprognose fest.
Doppeltes Verfehlen belastet die Stimmung
Der Gewinn je Aktie lag im ersten Quartal bei 6,44 Dollar. Das trifft den Konsens von 6,77 Dollar um 33 Cent. Der Umsatz erreichte 18,0 Milliarden Dollar — rund 400 Millionen unter den Erwartungen.
Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank der Gewinn je Aktie um 12 Prozent. Treiber waren niedrigere Buchungsraten im Bereich Aeronautics sowie das Fehlen einmaliger Gewinne aus dem Vorjahr. Hinzu kamen Verluste aus der Marktbewertung von Investitionen für Vergütungspläne.
Das operative Segmentergebnis fiel um 262 Millionen Dollar. Besonders das Aeronautics-Segment belastete — dort drückten Designverzögerungen bei F-16- und C-130-Programmen auf die Marge.
Cashflow dreht ins Negative
Der operative Cashflow brach von 1,4 Milliarden auf 220 Millionen Dollar ein. Der freie Cashflow rutschte auf minus 291 Millionen Dollar — nach plus 955 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Ursache ist laut Management eine temporäre Verschiebung im Umlaufvermögen durch die Einführung eines neuen ERP-Systems. Die Investitionsausgaben stiegen auf 511 Millionen Dollar. Das Unternehmen erwartet, dass sich die Cashflow-Situation ab dem zweiten Quartal normalisiert.
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Segmente mit unterschiedlicher Dynamik
Missiles and Fire Control wuchs um 8 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar. Space legte 7 Prozent zu. Das Segment Rotary and Mission Systems verlor dagegen 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aeronautics blieb mit knapp 7 Milliarden Dollar der größte Umsatzträger.
Forschungsausgaben kletterten um 15 Prozent auf 458 Millionen Dollar — ein Signal, dass Lockheed trotz Gegenwind weiter investiert.
Analysten kürzen Kursziele
Die Reaktion an der Wall Street folgte prompt. Die Royal Bank of Canada senkte ihr Kursziel von 650 auf 575 Dollar und stufte die Aktie mit „Sector Perform“ ein. Bank of America reduzierte das Ziel von 660 auf 600 Dollar bei „Neutral“. BNP Paribas Exane blieb mit „Outperform“, senkte aber ebenfalls — von 770 auf 680 Dollar.
Die Aktie handelt aktuell bei rund 438 Euro und liegt damit knapp 18 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. In den vergangenen 30 Tagen hat das Papier fast 18 Prozent verloren.
Auftragsmomentum als Gegengewicht
Das Auftragspolster bleibt gewaltig. Das Missiles-and-Fire-Control-Segment sicherte sich im Quartal PAC-3-Aufträge im Gesamtvolumen von 7 Milliarden Dollar. Management kündigte an, die Produktionskapazitäten für PAC-3- und THAAD-Abfangsysteme zu vervierfachen. In Arkansas entsteht ein neues Produktionszentrum für Munition mit Fokus auf KI- und Robotikfertigung.
Der Auftragsbestand liegt bei 186,4 Milliarden Dollar. Das Jahresumsatzziel von 77,5 bis 80,0 Milliarden Dollar sowie die EPS-Spanne von 29,35 bis 30,25 Dollar bestätigte das Management ohne Abstriche. Ob die Margenverbesserung im zweiten Halbjahr tatsächlich eintrifft, hängt vor allem davon ab, wie schnell die Produktionsmeilensteine bei F-35 und den Raketenprogrammen erreicht werden.
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