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Symbolbild, KI-generiert

Liquidia zahlt 380 Millionen Dollar für Patentvergleich

Der Vergleich sichert den weiteren Yutrepia-Verkauf; Liquidia finanziert die gestaffelten Zahlungen aus Reserven und laufenden Einnahmen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Sechs Verfahren durch Vergleich beigelegt
  • 175 Millionen Dollar erste Nettozahlung
  • Yutrepia-Verkauf kann weiterlaufen
  • Aktie steigt nachbörslich um 46,10 Prozent

Liquidia beendet den Rechtsstreit mit dem Konkurrenten United Therapeutics durch eine umfassende Einigung. Das Biotech-Unternehmen zahlt netto 380,7 Millionen Dollar, sichert sich im Gegenzug jedoch den weiteren Verkauf seines Kernprodukts Yutrepia. Am Markt überwog die Erleichterung über das Ende der juristischen Unsicherheit deutlich: Die Liquidia-Aktie kletterte im nachbörslichen Handel um 46,10 Prozent auf 39,17 Dollar.

Mit dem Vergleich legen beide Seiten insgesamt sechs anhängige Verfahren auf einen Schlag bei. Betroffen waren Patentstreitigkeiten rund um Treprostinil-Therapien, Vorwürfe wegen des Verrats von Geschäftsgeheimnissen sowie gegenseitige Kartellklagen. Liquidia hatte zuvor am 30. September 2026 eine juristische Niederlage vor dem Bezirksgericht in Delaware erlitten, das zwei Patentansprüche von United Therapeutics für gültig und verletzt erklärte. Auf eine Berufung verzichtet das Unternehmen nun.

Gestaffelte Zahlungen und Verzicht auf eine Indikation

Der finanzielle Kompromiss erfordert beträchtliche Mittel, verteilt die Belastung jedoch über mehrere Jahre. Innerhalb von 30 Geschäftstagen überweist Liquidia eine erste Nettozahlung in Höhe von 175 Millionen Dollar an United Therapeutics. Der Betrag berücksichtigt Gegenrechnungen aus dem Streit um Treprostinil-Injektionen.

Im kommenden Jahr folgen zwei weitere Tranchen:
* 60,3 Millionen Dollar werden noch in diesem Monat zur Beilegung damit verbundener Kartellansprüche Dritter fällig.
* 72,7 Millionen Dollar stehen am 31. Januar 2027 an.
* Weitere 72,7 Millionen Dollar schließen die Verpflichtungen am 30. April 2027 ab.

Ganz ohne operative Zugeständnisse kommt Liquidia allerdings nicht davon. Das Unternehmen hat beantragt, die Indikation für pulmonale Hypertonie in Verbindung mit interstitiellen Lungenerkrankungen von der Zulassung für Yutrepia zu streichen, und stellt die Vermarktung hierfür ein. Zudem wurde eine Vertriebsvereinbarung für Treprostinil-Injektionen beendet. Der Zugang für Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie bleibt jedoch ohne Unterbrechung bestehen.

Solide Kassenlage dämpft Finanzierungssorgen

Dass die Anleger trotz der hohen Zahlungsverpflichtungen zugriffen, liegt an der gefüllten Kasse des Unternehmens. Liquidia wies zum 30. September 2026 liquide Mittel von 396,1 Millionen Dollar aus. Der Nettoumsatz mit Yutrepia belief sich im dritten Quartal 2026 nach vorläufigen, ungeprüften Zahlen auf 222,7 Millionen Dollar.

Die anstehenden Summen sollen vollständig aus den laufenden Einnahmen und den bestehenden Barreserven finanziert werden. Das Management stellte klar, dass man die Liquiditätspolster wieder aufbauen und geplante klinische Studien vorantreiben will, ohne frisches Kapital über den Markt aufnehmen zu müssen. Mit der Einigung erkannte keine der beiden Parteien ein juristisches Fehlverhalten an. Für Liquidia beginnt damit die Phase, in der die operative Marktposition von Yutrepia die vereinbarten Zahlungen tragen muss.

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Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.