Lindt & Sprüngli senkt in Deutschland die Preise für ausgewählte Schokoladentafeln. Das klingt nach einem Eingeständnis — und ist es auch. Das Unternehmen kämpft gegen schwache Verkaufsmengen und ein mattes Konsumklima in Europa.
Volumen vor Marge
Im Vorjahr brach das Verhältnis von Volumen und Produktmix um 6,6 Prozent ein. Lindt reagiert mit Preissenkungen, um verlorene Käufer zurückzugewinnen. Besonders in Deutschland zeigt sich die Kaufzurückhaltung hartnäckig.
BofA Global Research erwartet für das erste Halbjahr 2026 nur langsames organisches Wachstum. Eine Stabilisierung sieht die Bank erst in der zweiten Jahreshälfte. Bis dahin bleibt der Druck auf die Marge real.
100 Prozent zertifizierter Kakao
Parallel dazu hat Lindt einen strategisch wichtigen Schritt abgeschlossen: Der gesamte Kakaoeinkauf stammt nun aus Rainforest Alliance-zertifizierten Quellen. Das ist kein reines PR-Signal. Ende 2026 tritt die EU-Entwaldungsverordnung in Kraft — und wer dann keine lückenlose Lieferkettendokumentation vorweist, hat ein Problem.
Lindt plant, über die Zertifizierung hinaus zu investieren. Agroforstwirtschaft und Waldschutz stehen auf der Agenda des eigenen Farming Programs.
Rückkaufprogramm als Vertrauenssignal
Im Mai 2026 startete Lindt ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Schweizer Franken. Es läuft über bis zu drei Jahre. Das Ziel: den Gewinn je Aktie steigern und Vertrauen in die eigene Finanzkraft signalisieren.
Die Aktie notiert aktuell bei 10.370 Euro — rund 27 Prozent unter dem Niveau vor zwölf Monaten. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 17,3 Prozent. Immerhin: Die vergangene Woche brachte ein Plus von knapp 6 Prozent, und der Kurs liegt wieder leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt.
Ob die Preissenkungen greifen, zeigen die Halbjahreszahlen — sie erscheinen voraussichtlich im Juli 2026. Dann wird sich zeigen, ob die Volumenstrategie erste Früchte trägt oder ob Lindt die Prognosen erneut enttäuscht.
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