Li-FT Power hat am Freitag ein öffentliches Aktienangebot über 20 Millionen kanadische Dollar angekündigt. Das Unternehmen begibt 6,9 Millionen Aktien zu je 2,90 kanadischen Dollar, der Bruttoerlös beläuft sich auf 20,01 Millionen kanadische Dollar. Canaccord Genuity Corp. fungiert als Lead Underwriter des Konsortiums. Zusätzlich räumt Li-FT Power den Zeichnern eine Mehrzuteilungsoption über bis zu 1,035 Millionen weitere Aktien ein, was dem Angebot im Höchstfall bis zu 3,0015 Millionen kanadische Dollar hinzufügen könnte.
Erlös fließt in Renard-Zahlung
Der Nettoerlös der Platzierung ist klar zweckgebunden. Rund 18 Millionen kanadische Dollar sind für eine Zahlung im Rahmen der Renard-Option vorgesehen, konkret für die Übernahme laufender Erhaltungs- und Wartungskosten (Care & Maintenance). Der verbleibende Betrag von 409.500 kanadischen Dollar fließt ins allgemeine Working Capital des Unternehmens. Die Struktur zeigt, dass die Kapitalmaßnahme unmittelbar an strategische Verpflichtungen rund um das Renard-Projekt gekoppelt ist und nicht der freien Finanzmittelausstattung dient.
Kapitalerhöhungen dieser Art verwässern zwar die Anteile bestehender Aktionäre, sichern aber gleichzeitig die Finanzierung konkreter Projektschritte ab. Für ein Unternehmen im Rohstoffsektor, das auf externe Mittel zur Umsetzung seiner Optionen angewiesen ist, ist eine zweckgebundene Platzierung dieser Größenordnung ein gängiger Weg, um kurzfristige Zahlungsverpflichtungen ohne zusätzliche Fremdkapitalaufnahme zu erfüllen.
Optionen und RSUs verfallen
Parallel zur Platzierung meldete Li-FT Power am selben Tag den Verfall von Mitarbeiterbeteiligungsinstrumenten. Nach dem Rücktritt eines Rechteinhabers erloschen 87.500 nicht notierte Aktienoptionen sowie 2.500 Restricted Share Units. Die Meldung betrifft die Ausgestaltung der Mitarbeiterbeteiligung und hat für sich genommen keinen unmittelbaren Einfluss auf die Kapitalstruktur, ergänzt aber das Bild eines Unternehmens, das an mehreren Fronten – Finanzierung und Personalstruktur – gleichzeitig Anpassungen vornimmt.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich das Papier von Li-FT Power am Freitag leicht erholt: Der Kurs notierte bei 1,86 Euro und damit 1,63 Prozent im Plus gegenüber dem Vortag. Der Ausgabepreis der neuen Aktien von 2,90 kanadischen Dollar liegt über dem aktuellen Kursniveau, was auf eine gewisse Zuversicht der Zeichner in die mittelfristige Bewertung hindeuten könnte. Der übergeordnete Trend bleibt dennoch angespannt: Zum 52-Wochen-Hoch von 5,70 Euro, das Ende Januar erreicht wurde, beträgt der Abstand aktuell rund 67 Prozent.
Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt. Auf der einen Seite sichert die Platzierung die Erfüllung der Renard-Verpflichtungen und beseitigt damit ein kurzfristiges Finanzierungsrisiko. Auf der anderen Seite bedeutet die Ausgabe neuer Aktien eine spürbare Verwässerung, während der Kurs weiterhin deutlich unter seinen Ständen vom Jahresbeginn notiert. Ob sich das durch die zweckgebundene Kapitalspritze gewonnene Vertrauen in eine nachhaltige Kurserholung übersetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie zügig Li-FT Power die Renard-Option operativ voranbringt.
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