Die italienische Regierung tauscht die Führungsspitze ihres größten Rüstungskonzerns aus. Obwohl Roberto Cingolani das Unternehmen in den vergangenen Jahren zu vollen Auftragsbüchern und massiven Kursgewinnen führte, erhält er keine zweite Amtszeit. Stattdessen soll der langjährige Insider Lorenzo Mariani das Ruder übernehmen – eine Entscheidung, die an der Börse für spürbare Verstimmung sorgt.
Strategiewechsel drückt den Kurs
Die Ankündigung des Finanzministeriums, das gut 30 Prozent der Anteile hält, schickte die Papiere in Mailand um 7,2 Prozent ins Minus. Für den Titel war dies der stärkste Intraday-Verlust seit Mitte August. Der Unmut der Anleger resultiert aus der erfolgreichen Bilanz des scheidenden Chefs. Unter Cingolani verzeichnete der Konzern einen rasanten Anstieg bei Aufträgen sowie Umsätzen und schloss wichtige europäische Partnerschaften ab. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 war der Aktienkurs um 780 Prozent geklettert.
Mit Lorenzo Mariani rückt nun ein Veteran an die Spitze, der das Unternehmen seit 1992 von innen kennt. Zuletzt verantwortete er unter anderem Führungspositionen beim Joint-Venture MBDA, das auf Raketensysteme spezialisiert ist. Marktbeobachter werten die Personalie als klaren Richtungswechsel. Anstelle der von Cingolani vorangetriebenen digitalen Transformation rücken nun die operative Konsolidierung und der internationale Vertrieb in den Vordergrund.
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Fokus auf Lenkwaffen und Großprojekte
Marianis bisherige Rolle bei MBDA Italia ist dabei ein entscheidender Faktor. Raketensysteme und internationale Gemeinschaftsunternehmen bilden mittlerweile das Rückgrat des Auftragsbestands. Seine Ernennung soll zudem die Position des Konzerns in großen kollaborativen Rüstungsprojekten stärken. Ein zentrales Beispiel ist das Kampfflugzeugprogramm GCAP, bei dem die reibungslose Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zwingend erforderlich ist.
Trotz der anfänglichen Verkäufe am Aktienmarkt bewerten institutionelle Analysten Marianis tiefe Verwurzelung in der Industrie als Vorteil. Sie sehen in ihm einen verlässlichen Manager für die komplexe Umsetzungsphase der aktuellen Milliardenverträge. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt mit 68,59 Euro weiterhin über dem aktuellen Kursniveau. Der nächste formelle Schritt folgt in Kürze: Bis zum 13. April muss das Ministerium seine Kandidatenliste einreichen, bevor die Hauptversammlung den neuen Vorstand und den designierten Präsidenten Francesco Macrì offiziell bestätigt.
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