Leonardo startet mit deutlichen Kursgewinnen in das neue Börsenjahr. Rückenwind kommt von einer breiten Erholung im europäischen Rüstungssektor und einem Führungswechsel bei der wichtigen US-Tochter Leonardo DRS. Heute Nachmittag legt die Aktie in Mailand um rund 3,5 % auf etwa 50,38 Euro zu und gehört damit zu den stärkeren Werten im FTSE MIB.
Sektor-Rally und Führungswechsel
Auslöser der Bewegung ist vor allem eine Neubewertung europäischer Rüstungswerte. Hintergrund sind neue politische Zusagen für höhere Verteidigungsausgaben. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte heute 2026 zum „Jahr der Beschleunigung“ und kündigte an, die „stärkste Armee Europas“ aufbauen zu wollen. Zusammen mit den Diskussionen um NATO-Finanzierungsbeiträge gegenüber der US-Regierung stärkt das die Erwartung, dass die Budgets langfristig hoch bleiben.
Leonardo profitiert dabei im Gleichklang mit Branchenwerten wie Rheinmetall und Thales. Anleger kalkulieren zunehmend mit stabilen, teils steigenden Beschaffungsprogrammen in Europa.
Parallel dazu vollzieht der Konzern einen wichtigen Führungswechsel bei Leonardo DRS in den USA. Seit 1. Januar 2026 ist John Baylouny neuer CEO der Tochtergesellschaft und folgt auf den langjährigen Chef Bill Lynn. Baylouny war zuvor COO und bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung im Unternehmen mit. Am Markt wird dieser Schritt als Signal für Kontinuität in der Umsetzung der großen US-Verträge gewertet, kombiniert mit der Erwartung weiterer Wachstumschancen in Bereichen wie Sensorik und vernetzte Systeme.
Marktreaktion und operative Basis
Die Kombination aus politischem Rückenwind für Verteidigungsausgaben und einem geordneten Managementwechsel stützt die Stimmung gegenüber Leonardo. Während der Mailänder Leitindex nur moderat zulegt, sticht die Aktie mit ihrem Anstieg und dem Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 50 Euro hervor.
Wichtige Punkte im aktuellen Umfeld:
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- Sektorumfeld: Der europäische Verteidigungssektor preist zunehmend ein Szenario dauerhaft höherer Ausgaben ein. Tusks Aussagen in Warschau untermauern die Einschätzung, dass europäische Staaten ihre militärischen Fähigkeiten weiter ausbauen wollen – unabhängig von kurzfristigen diplomatischen Schwankungen.
- Operative Grundlage: Der Führungswechsel bei Leonardo DRS fällt in eine Phase operativer Stärke. 2025 konnte die Tochter bedeutende Aufträge sichern, darunter Michelangelo-Dome-Radare und hochentwickelte Gepäckfördersysteme in den USA. Diese Projekte stützen die Strategie, Technologien sowohl militärisch als auch im zivilen Infrastrukturbereich einzusetzen.
Anleger honorieren damit strukturelle Verbesserungen im Geschäftsmodell. Leonardo bindet die US-Aktivitäten stärker in die globale Aufstellung ein und profitiert gleichzeitig vom laufenden „Verteidigungs-Superzyklus“ in Europa.
Einordnung und Ausblick
Der starke Auftakt 2026 steht im Kontrast zu der höheren Volatilität gegen Jahresende 2025. Die Aktie bewegt sich aktuell im oberen Bereich ihrer 52-Wochen-Spanne. Stützend wirken ein Rekord-Auftragsbestand und die Bedeutung des Elektronik- und Sensorspektrums im Konzern.
Der reibungslose CEO-Wechsel bei Leonardo DRS nimmt einen potenziellen Unsicherheitsfaktor aus der Gleichung. Dadurch kann sich der Konzern stärker auf den Ausbau der industriellen Kapazitäten konzentrieren, um die steigende Nachfrage aus NATO-Staaten bedienen zu können.
In den kommenden Wochen rücken mehrere Punkte in den Fokus:
- Quartalszahlen: Am 4. März 2026 will Leonardo die nächsten Finanzzahlen vorlegen.
- Charttechnik: Der Ausbruch über 50 Euro hat bei mehreren technischen Analysten ein „Strong Buy“-Signal ausgelöst. Hält das Handelsvolumen an, könnte sich der positive Trend kurzfristig fortsetzen.
- Auftragsumsetzung: Entscheidend bleibt, ob Leonardo DRS die jüngst gewonnenen Radar- und Infrastrukturprojekte planmäßig und profitabel umsetzt. Davon hängt wesentlich ab, ob die aktuellen Bewertungsniveaus nachhaltig gerechtfertigt sind.
Damit ist der Rahmen für 2026 klar umrissen: Politische Zusagen für höhere Verteidigungsausgaben, ein gut gefülltes Auftragsbuch und eine gefestigte Führungsstruktur in den USA bilden die Basis für die weitere Entwicklung der Leonardo-Aktie.
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