Lenzing beendet die monatelange Führungsvakanz. Der Aufsichtsrat befördert den bisherigen COO Georg Kasperkovitz zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Damit setzt der Faserkonzern auf interne Kontinuität statt auf einen radikalen Neuanfang an der Spitze.
Interne Lösung für den Umbau
Kasperkovitz übernimmt das Amt offiziell am 1. Juni 2026. Sein Mandat läuft bis Ende Mai 2029. Der Manager kennt das Haus bestens: Seit Juni 2025 steuert er als Vorstandsmitglied die operative Faserdivision.
Die Personalie beendet eine schwierige Übergangsphase. Nach dem Rückzug des ehemaligen CEO Rohit Aggarwal im Frühjahr leitete ein dreiköpfiges Interims-Trio das Unternehmen. Kasperkovitz übernimmt die operativen Aufgaben künftig zusätzlich zu seinen Pflichten als Konzernchef. Ein separater Posten für den COO wird nicht nachbesetzt.
Fokus auf Profitabilität
Der neue Chef soll das bestehende Performance-Programm konsequent weiterführen. Im Zentrum stehen das Wachstum bei Vliesstoffen und der Ausbau der Premium-Produkte im Bereich „Tree-to-Textile“. Der Aufsichtsrat setzt dabei auf die Umsetzungskraft des erfahrenen Managers, der zuvor Stationen bei Mondi und McKinsey durchlief.
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Finanziell zeigte die Entwicklung zuletzt erste Erfolge. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete Lenzing ein EBITDA von 116,3 Millionen Euro. Der Umsatz belief sich auf 615,7 Millionen Euro. Diese Kennzahlen dienen nun als Messlatte für die kommenden Quartale unter der neuen Führung.
Marktreaktion bleibt verhalten
An der Börse blieb die große Euphorie nach der Bekanntgabe aus. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 23,60 Euro. Das entspricht einem Tagesverlust von 1,26 Prozent.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf 1,67 Prozent. Der Kurs liegt zwar deutlich über dem Jahrestief von 20,10 Euro, bleibt aber in einer abwartenden Haltung. Kasperkovitz muss nun beweisen, dass die interne Lösung die Profitabilität des Konzerns nachhaltig steigert.
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