Der österreichische Faserhersteller Lenzing hat am vergangenen Mittwoch seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Während das Unternehmen einen Umsatzrückgang hinnehmen musste, konnte das Nettoergebnis deutlich gesteigert werden. Parallel dazu konkretisierte der Konzern seine Pläne für eine weitreichende strategische Neuausrichtung, die massive Einsparungen, Werksschließungen und einen signifikanten Stellenabbau vorsieht.
Umsatzrückgang bei steigendem Nettoergebnis
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sank der Umsatz von Lenzing auf rund 1,27 Milliarden Euro, nachdem im ersten Halbjahr 2025 noch 1,34 Milliarden Euro erzielt worden waren. Trotz dieses Rückgangs verbesserte sich das Ergebnis nach Steuern deutlich: Der Gewinn stieg von 15,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 35,6 Millionen Euro an.
Beim Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) verzeichnete das Unternehmen hingegen einen Rückgang auf 239,2 Millionen Euro, verglichen mit 268,6 Millionen Euro im Vorjahr. Die EBITDA-Marge lag für den Berichtszeitraum bei 18,9 Prozent. Medienberichten zufolge stellte Lenzing im Zuge der Quartalskommunikation für das Gesamtjahr 2026 zudem mögliche Wertminderungen in Aussicht, sogenannte Impairment Charges.
Radikaler Sparkurs und Werksschließungen
Die finanzielle Entwicklung wird von einem umfassenden Umbauprogramm begleitet, das bereits Ende Juli kommuniziert wurde. Bis zum Ende des Jahres 2027 plant Lenzing den Abbau von rund 2.000 Arbeitsplätzen weltweit. Bei einer Belegschaft, die zuletzt etwa 8.100 Mitarbeiter umfasste, entspricht dies einer Reduzierung um nahezu ein Viertel. Ziel dieser Maßnahmen ist eine nachhaltige Verbesserung der Kostenstruktur.
Teil dieser Neuausrichtung des Textilgeschäfts sind einschneidende Veränderungen im Produktionsnetzwerk. Wie Bloomberg berichtet, sieht der Konzern die Schließung oder den Verkauf der Standorte im britischen Grimsby sowie im österreichischen Heiligenkreuz vor.
Durch diese Schritte und weitere Effizienzsteigerungen strebt die Konzernleitung ein jährliches Einsparziel von bis zu 120 Millionen Euro bis Ende 2027 an. Die strategischen Weichenstellungen wurden bereits in einem speziellen Investorenaufruf erörtert, über den die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.
Marktreaktion und operatives Umfeld
An der Börse wird der Transformationsprozess mit Zurückhaltung verfolgt. Das Papier notiert aktuell bei 23,50 Euro und weist damit seit Beginn des Jahres ein moderates Plus von 1,08 Prozent auf. Damit liegt der Kurs derzeit 21,13 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 19,40 Euro, welches im März markiert wurde.
Die operative Neuausrichtung findet in einem herausfordernden Marktumfeld statt, in dem der Konzern verstärkt auf Effizienz und die Konzentration auf Kernbereiche setzt.
Während Standorte geschlossen werden, investiert das Unternehmen an anderer Stelle punktuell in die Modernisierung: So wurde bereits im Juni bekannt, dass der Dienstleister Valmet ein Upgrade für das Prozessleitsystem an einem österreichischen Standort geliefert hat.
Die kommenden Quartale werden maßgeblich davon geprägt sein, wie schnell Lenzing die angestrebten Kostensenkungen und den Personalabbau umsetzen kann.
Lenzing-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lenzing-Analyse vom 11. August liefert die Antwort:
Die neusten Lenzing-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lenzing-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Lenzing: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
