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Lenzing Aktie: B&C und Suzano tragen Kapitalerhöhung

B&C, Suzano und Oberbank garantieren 168,3 Millionen Euro für die geplante Kapitalerhöhung von Lenzing. Der Faserhersteller will damit seine Restrukturierung finanzieren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ankeraktionäre sichern Kapitalerhöhung ab
  • Nettogewinn verdoppelt im ersten Halbjahr
  • Hauptversammlung am 25. August geplant
  • Aktie notiert unter 50-Tage-Durchschnitt

Einen Tag vor der entscheidenden Hauptversammlung zeichnet sich ab, wer die geplante Kapitalerhöhung von Lenzing tragen wird. Die Hauptaktionäre B&C-Gruppe und Suzano, die zusammen rund 52,25 Prozent des Grundkapitals halten, haben sich unwiderruflich zur Teilnahme verpflichtet – mit bis zu 156,7 Millionen Euro.

Auch die Oberbank AG, die etwa 3,86 Prozent der Anteile hält, sicherte ihre Beteiligung mit rund 11,6 Millionen Euro zu. Die außerordentliche Hauptversammlung findet am 25. August statt und soll den Weg für eine Kapitalerhöhung von bis zu 300 Millionen Euro sowie ein Refinanzierungspaket in gleicher Höhe freimachen.

Die Zusagen der Ankeraktionäre nehmen dem Vorhaben einen Großteil seiner Unsicherheit. Zusammen mit Oberbank decken B&C, Suzano und die Bank einen wesentlichen Teil des angepeilten Volumens ab, noch bevor freie Aktionäre überhaupt abstimmen. Für Lenzing ist das ein wichtiges Signal in einer Phase, in der der Faserhersteller gleichzeitig Werke schließt, Stellen abbaut und sein Geschäftsmodell neu ausrichtet.

Zahlen untermauern die Wende

Dass die Aktionäre bereit sind, frisches Kapital nachzuschießen, hängt auch mit der operativen Entwicklung zusammen. Im ersten Halbjahr 2026 verdoppelte Lenzing den Nettogewinn nach Steuern auf 35,6 Millionen Euro, verglichen mit 15,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA lag bei 239,2 Millionen Euro, der Umsatz erreichte 1,27 Milliarden Euro.

Diese Verbesserung ist eng mit dem laufenden Performance-Programm verknüpft, das jährliche Einsparungen von 120 Millionen Euro gegenüber 2025 zum Ziel hat. Davon sind bereits 45 Millionen Euro kommuniziert, im ersten Halbjahr wurden zudem 267 Stellen in der Verwaltung abgebaut, was auf Jahresbasis 25 Millionen Euro einsparen soll.

Mittelfristig strebt der Konzern eine EBITDA-Steigerung um 150 Millionen Euro sowie eine EBITDA-Marge von 20 bis 25 Prozent an, während die Verschuldung unter das 2,5-fache des EBITDA sinken soll. Diese Ziele bilden den Rahmen, an dem sich Investoren bei der Kapitalerhöhung orientieren dürften.

Kurs bewegt sich seitwärts

An der Börse hat die Aktie die jüngsten Entwicklungen bislang verhalten aufgenommen. Am Freitag schloss das Papier bei 23,50 Euro, ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von 6,6 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 1,1 Prozent leicht im Plus.

Zum 52-Wochen-Hoch von 29,75 Euro, notiert im Juni, fehlen der Aktie derzeit 21 Prozent. Der Kurs bewegt sich damit unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von 24,57 Euro und signalisiert, dass die anstehende Hauptversammlung von den Anlegern noch nicht als klares Kaufsignal gewertet wird.

Die Refinanzierung ist für Lenzing kein Selbstzweck: Sie soll die Basis schaffen, um die parallel laufende Standortkonsolidierung und den Stellenabbau finanziell abzusichern, während das Unternehmen seine Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ umsetzt. Ob die morgige Hauptversammlung tatsächlich die nötige Zustimmung bringt, hängt nun von der Beteiligung der übrigen Aktionäre ab – die Ankerinvestoren haben mit ihren Zusagen bereits vorgelegt.

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Diskussion zu Lenzing

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.