Leidos findet nach einem schwierigen ersten Halbjahr in die Spur zurück. Starke Quartalszahlen und ein optimistischer Ausblick sorgten in der vergangenen Woche für ein deutliches Kursplus von 7,5 Prozent. Der Konzern profitiert dabei von einem strategischen Umbau seines Geschäftsmodells.
Überraschung beim Gewinn
Der IT-Dienstleister meldete für das erste Quartal einen Gewinn von 3,13 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 2,88 US-Dollar gerechnet. Parallel dazu kletterte der Umsatz auf 4,4 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Vorstand hob infolge der starken Zahlen die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Leidos peilt nun Erlöse zwischen 18,0 und 18,4 Milliarden US-Dollar an. Ein massiver Auftragsbestand von über 48 Milliarden US-Dollar sichert diese Pläne ab.
Software-Fokus treibt Neuausrichtung
Besonders die Plattform „Imperium“ gewinnt für den Konzern an Bedeutung. Die Software vernetzt komplexe Datenströme in der Verteidigungslogistik. Leidos will damit mehr wiederkehrende Service-Einnahmen erzielen. Dies soll die Abhängigkeit von traditionellen Hardware-Verträgen im Rüstungssektor senken.
Indes stützt das Interesse institutioneller Anleger den Kurs, da Leidos in neue Russell-Indizes für Value-Werte aufgenommen wurde. Rund 76 Prozent der Anteile befinden sich derzeit in den Händen großer Fonds. Das sorgt für eine gewisse Stabilität im Aktionärskreis.
Trotz der jüngsten Erholung auf 96,32 Euro bleibt die Aktie mit einem Minus von 38,5 Prozent seit Jahresbeginn belastet. Erst vor wenigen Wochen markierte das Papier bei 87,40 Euro ein Jahrestief. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 45,4 signalisiert jedoch, dass der Titel die Zone der massiven Überverkäufe verlassen hat.
Analysten bleiben verhalten optimistisch
Die Analysten von Citi und Stifel passten ihre Kursziele zuletzt zwar nach unten an, halten aber an ihren positiven Grundbewertungen fest. Der Konsens stuft den Titel weiterhin als „Moderate Buy“ ein. Aktionäre erhalten eine Quartalsdividende von 0,43 US-Dollar, was einer Rendite von etwa 1,6 Prozent entspricht.
Der Fokus liegt nun auf der Umsetzung der Software-Strategie. Das Management signalisiert durch die Zuteilung von aktienbasierten Vergütungen an Spitzenmanager Vertrauen in die langfristige Entwicklung. Hält der aktuelle Aufwärtstrend an, bildet der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 106 Euro die nächste technische Hürde.
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