Chip-Fertigungsanlagen für KI-Rechenzentren sind derzeit knapp begehrt. Lam Research profitiert direkt davon. Der Ausrüster für die Halbleiterindustrie steuert auf einen mehrjährigen Wachstumskurs zu, den CEO Timothy Archer kürzlich selbst umrissen hat.
KI-Nachfrage treibt Kerngeschäft an
Archer sieht den Auslöser in technologischen Umbrüchen der Chipfertigung. Neue Verfahren für KI-Rechenleistung erfordern intensivere Beschichtungs- und Ätzprozesse. Genau hier verdient Lam Research sein Geld.
Die Kundenservice-Sparte des Unternehmens meldete zuletzt einen Rekordumsatz von 2 Milliarden Dollar in einem Quartal. Treiber waren Ersatzteile, Upgrades und Serviceleistungen. Zusätzlichen Schub liefern Investitionen in fortschrittliche Packaging-Technik sowie NAND- und DRAM-Speicher für KI-Rechenzentren. Das Management rechnet mit anhaltend starken Umsätzen bis ins Jahr 2027.
Zahlen vor dem Quartalsbericht
Lam Research veröffentlicht seinen Bericht zum vierten Geschäftsquartal voraussichtlich Ende Juli oder Anfang August. Analysten erwarten einen Gewinn von 1,68 Dollar je Aktie. Das wäre ein Plus von 26,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,33 Dollar.
In den vergangenen vier Quartalen hat das Unternehmen die Wall-Street-Schätzungen jedes Mal übertroffen. Für das komplette Geschäftsjahr 2026 rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 5,68 Dollar, ein Anstieg von 37,2 Prozent gegenüber 2025. Für 2027 liegt die Prognose bereits bei 7,86 Dollar je Aktie.
Das Unternehmen zahlt zudem eine Quartalsdividende von 0,26 Dollar je Aktie aus. Die Auszahlung erfolgt am 8. Juli 2026 an Aktionäre, die am 17. Juni 2026 im Bestand waren.
Kurs mit deutlicher Korrektur
Der Aktienkurs zeigt inzwischen Bremsspuren. Am Montag schloss die Aktie bei 350,20 Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 257,54 Prozent zu Buche — seit Jahresbeginn sind es 89,24 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 438,50 Dollar, erreicht am 30. Juni 2026, liegt die Aktie mittlerweile 20,14 Prozent entfernt. Allein in der vergangenen Woche verlor der Titel 19,18 Prozent. Der RSI von 48,2 signalisiert dabei weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand.
Die Volatilität bleibt mit 90,92 Prozent auf Jahresbasis hoch. Trotz des jüngsten Rückschlags notiert die Aktie noch immer 8,50 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 322,77 Dollar und mehr als 54 Prozent über der 200-Tage-Linie. Der bevorstehende Quartalsbericht dürfte zeigen, ob die operative Stärke die jüngste Kursschwäche rechtfertigt.
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