Ausgerechnet ein verpasster Gewinn schickt die Krones-Aktie auf Höhenflug. Die Papiere des Abfüllanlagen-Herstellers legen am Mittwoch auf XETRA zeitweise um 5,80 Prozent auf 120,40 Euro zu — obwohl das operative Ergebnis im zweiten Quartal klar unter den Erwartungen blieb. Der Markt blickt offenbar lieber auf die Auftragslage als auf die Marge.
Gewinn verfehlt, Umsatz im Rahmen
Das EBITDA stieg zwar auf 143,9 Millionen Euro nach 139 Millionen Euro im Vorjahr, verfehlte aber die Konsensschätzung von 159 Millionen Euro deutlich. Die Marge kam auf 10,8 Prozent statt der erwarteten 11,8 Prozent. Auch der Nettogewinn von 70,4 Millionen Euro blieb unter der Prognose von 81 Millionen Euro. Der Umsatz traf mit 1,34 Milliarden Euro exakt die Markterwartung.
Auffällig ist der Auftragseingang: Er wuchs auf 1,34 Milliarden Euro und übertraf die Analystenschätzungen deutlich. Der Auftragsbestand bleibt nahe Rekordniveau bei 4,33 Milliarden Euro — ein Signal für anhaltend robuste Investitionsbereitschaft der Kunden, wie das Unternehmen selbst betont.
Auf Segmentebene zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Intralogistik wächst kräftig auf 106,5 Millionen Euro. Das Kerngeschäft Füll- und Verpackungstechnik legt nur leicht auf 1,11 Milliarden Euro zu, während Process Technologies auf 119 Millionen Euro schrumpft.
Der freie Mittelzufluss blieb mit einem Minus von 21,3 Millionen Euro negativ, verbesserte sich aber deutlich gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Netto-Liquidität schmolz auf 404,5 Millionen Euro.
Prognose bestätigt, Warburg wird optimistischer
Krones hält an den Jahreszielen fest: Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent währungsbereinigt, eine EBITDA-Marge zwischen 10,7 und 11,1 Prozent sowie ein ROCE von 19 bis 20 Prozent. Aktuell liegt die Kapitalrendite bei 17,7 Prozent — das Management rechnet mit einer Wachstumsbeschleunigung zum Jahresende.
Warburg Research reagierte mit einer Anhebung des Kursziels von 188 auf 191 Euro. Damit sieht der Analyst weiter deutlichen Spielraum nach oben für eine Aktie, die im laufenden Jahr trotz des heutigen Sprungs mehr als 16 Prozent verloren hat und damit zu den schwächsten Werten im MDAX zählt. Ob die für das zweite Halbjahr erwartete Beschleunigung reicht, um das obere Ende der ROCE-Zielspanne zu erreichen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.
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