Eine skeptische Einschätzung zu den mittelfristigen Wachstumsambitionen hat die Aktie von Krones am Mittwoch spürbar ins Minus gedrückt. Im Handel verliert das Papier des Abfüll- und Verpackungsanlagenherstellers 3,9 Prozent auf 107,80 Euro und zählt damit zu den schwächeren Titeln im MDAX. Auslöser der Kursverluste ist eine neue Branchenstudie von Bernstein Research, die Fragezeichen hinter die Zielmarken des bayerischen Maschinenbauers setzt.
Bernstein warnt vor Investitionsstau der Abfüller
Bernstein-Analyst Benjamin Thielmann hat die Bewertung von Krones mit dem Votum „Market-Perform“ und einem Kursziel von 111 Euro aufgenommen. Nach seiner Einschätzung stellen sich die Perspektiven für das Umsatz- und Auftragswachstum im Geschäftsjahr 2027 verhaltener dar als bislang erhofft. In der Konsequenz sieht der Experte auch das offizielle Umsatzziel des Unternehmens für das Jahr 2028 gefährdet.
Thielmann stützt seine vorsichtige Haltung auf aktuelle Daten zu den Investitionsbudgets von Getränkeherstellern und Abfüllbetrieben. Angesichts anhaltend hoher Kostenbelastungen übten sich die Kunden bei der Vergabe neuer Projekte in spürbarer Zurückhaltung. Dies gelte insbesondere für die Region Asien-Pazifik, die für den Konzern aus Neutraubling als wichtiger regionaler Wachstumsmarkt fungiert. Wenn internationale Getränkekonzerne Großprojekte verschieben oder strecken, schlägt dies direkt auf die Auftragseingänge der Ausrüster durch.
Bisheriger Optimismus erhält Risse
Mit der zurückhaltenden Neueinstufung bricht Bernstein mit der zuletzt überwiegend positiven Grundstimmung der Analysten. Noch im Juli und August hatten Häuser wie Jefferies, Berenberg, die Deutsche Bank und die DZ Bank den Titel zum Kauf empfohlen.
Die Skepsis von Bernstein trifft auf eine ohnehin angeschlagene Notierung. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus der Krones-Aktie bereits auf 20 Prozent. Während Konzerne der Branche in den vergangenen Jahren von Nachholeffekten und dem Ausbau nachhaltiger Verpackungsformen profitierten, rückt nun die Ausgabendisziplin der Kunden wieder stärker in den Fokus der Marktteilnehmer.
Vor allem die Entwicklung des Auftragseingangs in Asien dürfte in den kommenden Quartalen darüber entscheiden, ob Krones den eigenen Zeitplan für 2028 verteidigen kann.
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