Krones steuert auf einen entscheidenden Termin zu. Am 29. Juli 2026 legt der Verpackungs- und Abfülltechnik-Konzern seinen Zwischenbericht zum 30. Juni vor, wie das Unternehmen über EQS News bestätigte. Um 13:00 Uhr findet zudem eine Analysten-Telefonkonferenz statt. Seit dem 16. Juli befindet sich Krones in der offiziellen Schweigeperiode – jener Phase vor der Zahlenvorlage, in der Unternehmen keine über bereits veröffentlichte Informationen hinausgehenden Aussagen zur Geschäftsentwicklung treffen.
Die Aktie notierte am Donnerstag bei 110,60 Euro und büßte damit 1,07 Prozent ein. Auf Jahressicht steht ein Minus von 18,44 Prozent zu Buche, der Titel bewegt sich klar unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts von 125,17 Euro. Immerhin liegt der aktuelle Kurs noch 3,95 Prozent über dem erst am 14. Juli markierten 52-Wochen-Tief von 106,40 Euro – die jüngste Talfahrt scheint sich zumindest vorerst stabilisiert zu haben.
Zweites Halbjahr muss liefern
Nach einer Analyse von PLATOW Börse vom 23. Juli hängt die Erreichbarkeit der Jahresziele 2026 maßgeblich davon ab, ob Krones im zweiten Halbjahr eine deutliche Beschleunigung des Umsatzwachstums schafft. Besonderes Augenmerk richtet die Analyse auf die Profitabilität der jüngsten Zukäufe des Konzerns. Die Halbjahreszahlen am kommenden Mittwoch dürften damit weniger als reine Bestandsaufnahme dienen, sondern vielmehr als erster Gradmesser dafür, ob der Konzern die notwendige Dynamik für das zweite Halbjahr aufbauen kann.
Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in der jüngsten Analysteneinschätzung wider. Die LBBW senkte am 13. Juli ihr Kursziel für Krones von 145,00 auf 140,00 Euro, beließ die Einstufung jedoch bei „Buy“. Die Reduzierung des Kursziels bei gleichzeitiger Beibehaltung der positiven Einstufung deutet darauf hin, dass die Analysten grundsätzliches Vertrauen in das Geschäftsmodell behalten, kurzfristig aber vorsichtiger kalkulieren.
Dividende und Vorstandswechsel als Hintergrund
Auf der Hauptversammlung im Juni beschlossen die Aktionäre eine Dividende von 2,80 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, nach 2,60 Euro im Vorjahr – eine Erhöhung, die angesichts der schwachen Kursentwicklung zumindest ein positives Signal an die Anteilseigner sendet. Bereits im März hatte Krones per Ad-hoc-Mitteilung personelle Veränderungen im Vorstand bekanntgegeben. Details zu den konkreten Positionen wurden dabei nicht spezifiziert.
Zusätzliche Beachtung fand im Januar ein Insider-Verkauf: Die Schawei GmbH veräußerte Krones-Aktien im Gesamtwert von 597.856 Euro zu einem Durchschnittspreis von 142,40 Euro – deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Blick nach vorn
Für Anleger dürfte der 29. Juli zur richtungsweisenden Woche werden. Mit einem RSI von 46,6 befindet sich die Aktie derzeit in einer neutralen Zone, weder überkauft noch überverkauft. Ob die Halbjahreszahlen die von PLATOW Börse angemahnte Wachstumsbeschleunigung bereits erkennen lassen oder ob die Profitabilität der Zukäufe weiter belastet, wird sich am kommenden Mittwoch zeigen. Bis dahin bleibt der Titel in der Warteschleife der Schweigeperiode.
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