Kraft Heinz hat einen bemerkenswerten Kurswechsel vollzogen: Die geplante Aufspaltung des Konzerns liegt auf Eis, ein neuer CEO formt das Unternehmen um – und Großaktionär Berkshire Hathaway stellt sich demonstrativ hinter den eingeschlagenen Weg. Doch ob die Wende gelingt, bleibt offen.
Aufspaltung gestoppt, Investitionen gestartet
Im September 2025 hatte Kraft Heinz angekündigt, den Konzern aufzuspalten – eine Maßnahme, die die Mega-Fusion von 2015 unter Warren Buffett faktisch rückgängig gemacht hätte. Dieser Plan ist nun vom Tisch.
CEO Steve Cahillane, erst seit Dezember im Amt, begründet den Schwenk damit, dass viele der Probleme des Unternehmens „lösbar und in unserer Kontrolle“ seien. Statt einer Trennung setzt er auf ein 600-Millionen-Dollar-Investitionsprogramm für das US-Geschäft. Das Geld fließt in Marketing, Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie in Produktqualität und gezielte Preisanpassungen.
Berkshire bleibt – vorerst
Für erhebliche Unsicherheit hatte zuletzt eine SEC-Meldung gesorgt: Berkshire Hathaway hatte eine Registrierung für den möglichen Verkauf von bis zu 99,99 Prozent seiner Kraft-Heinz-Anteile eingereicht. Berkshire-CEO Greg Abel relativierte das jedoch deutlich. Die Registrierung sei lediglich erfolgt, um für einen etwaigen Verkauf vorbereitet zu sein – konkrete Verkaufspläne gebe es derzeit nicht.
Abel lobte ausdrücklich die Entscheidung, die Aufspaltung zu stoppen. Eine Trennung in einer Phase, in der das Unternehmen „mit vielen Herausforderungen konfrontiert“ sei und zentrale Probleme noch nicht gelöst habe, wäre aus seiner Sicht falsch.
Die Zahlen zeigen den Handlungsbedarf
Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 verdeutlichen, warum Cahillane handeln muss. Der Nettoumsatz sank um 3,5 Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis war durch nicht zahlungswirksame Wertminderungen belastet und führte zu einem Betriebsverlust von 4,7 Milliarden Dollar. Positiv: Der freie Cashflow stieg um 15,9 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.
Für 2026 erwartet das Unternehmen einen weiteren organischen Umsatzrückgang von 1,5 bis 3,5 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll zwischen 1,98 und 2,10 Dollar liegen. Morgan Stanley senkte daraufhin seine EPS-Schätzungen für 2026 und 2027 um 18 Prozent und bekräftigte das „Underweight“-Rating mit einem reduzierten Kursziel von 23 Dollar. Die Analysten sehen zwar kurzfristig weniger Risiko durch den strategischen Reset und die Rückendeckung von Berkshire – ein nachhaltiger Turnaround sei aber noch nicht in Sicht.
Auf die Beweise kommt es an
Cahillane räumte selbst ein, dass Kraft Heinz in den vergangenen Jahren zu stark auf Kostensenkung gesetzt und die Marken vernachlässigt habe. Hinzu kommen strukturelle Belastungen: Inflation bei Rohstoffen wie Kaffee, Eiern und Fleisch sowie Druck durch Zölle belasten die Margen. Der organische Umsatz im vierten Quartal fiel um 4,2 Prozent, die bereinigte Bruttomarge sank um 130 Basispunkte auf 33,1 Prozent.
Piper-Sandler-Analyst Michael Lavery bringt die Lage auf den Punkt: Der strategische Reset sei „nur der erste Schritt“, um Kraft Heinz wieder auf nachhaltiges Wachstum auszurichten – das aber voraussichtlich noch geraume Zeit auf sich warten lasse. Für Anleger wird das Frühjahr 2026 zum ersten echten Test, ob Cahillanes Investitionsprogramm messbare Ergebnisse liefert.
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