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Kraft Heinz Aktie: Neuer Chef, großer Umbau

Kraft Heinz startet unter neuem CEO Steve Cahillane die Aufspaltung in zwei Gesellschaften, während das Unternehmen mit acht Quartalen Umsatzrückgang und einer negativen Marge kämpft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Steve Cahillane übernimmt CEO-Posten zum Jahresbeginn
  • Aufspaltung in zwei börsennotierte Firmen für 2026 geplant
  • Acht Quartale in Folge mit rückläufigen Umsätzen
  • Analystenkonsens signalisiert Vorsicht mit 'Reduce'-Einstufung

Kraft Heinz startet mit einem Führungswechsel und einem radikalen Umbau ins neue Jahr. Seit dem 1. Januar 2026 steht Steve Cahillane an der Spitze – mitten in der Vorbereitung einer der größten Konzernaufspaltungen der Branche. Im Hintergrund drücken jedoch acht Quartale mit rückläufigen Umsätzen und rote Zahlen auf die Stimmung. Gelingt der Spagat zwischen Restrukturierung und Stabilisierung?

Neuer CEO, klarer Auftrag

Seit diesem Montag erlebt Cahillane seine erste volle Handelswoche als CEO von Kraft Heinz. Er folgt auf Carlos Abrams-Rivera und bringt Erfahrung aus seiner Zeit bei Kellanova (ehemals Kellogg) mit, wo er bereits einen tiefgreifenden Umbau des Portfolios verantwortet hatte.

Sein Auftrag ist klar umrissen: Er soll die geplante Aufspaltung von Kraft Heinz in zwei börsennotierte Gesellschaften umsetzen – die wachstumsorientierte Global Taste Elevation Co. und die stärker auf das nordamerikanische Grundnahrungs-Geschäft fokussierte North American Grocery Co. Dahinter steht die Hoffnung, unterschiedliche Wachstums- und Renditeprofile klarer sichtbar zu machen und Bewertungsabschläge auf den Mischkonzern zu verringern.

Ein Bericht von GuruFocus vom vergangenen Freitag unterstreicht allerdings, wie eng der zeitliche und finanzielle Spielraum sein könnte. Demnach kämpft Kraft Heinz seit acht Quartalen in Folge mit rückläufigen Umsätzen. Hinzu kommt eine negative Nettomarge von rund 17,35 Prozent – ein deutliches Signal, dass operative Effizienz und Profitabilität derzeit erheblicher Druck ausgesetzt sind.

Finanzielle Belastungen und verhaltene Analysten

Die negative Marge deutet darauf hin, dass selbst Kostensenkungen und Preisanpassungen bislang nicht ausreichen, um strukturelle Probleme im Kerngeschäft zu kompensieren. Der Umbau trifft also auf ein Unternehmen, das nicht aus einer Position der Stärke heraus agiert.

Das spiegelt sich auch in der aktuellen Analystenstimmung wider: Der Konsens liegt bei einer „Reduce“-Einschätzung. Das signalisiert Vorsicht – viele Marktteilnehmer rechnen offenbar damit, dass die Ertragslage kurzfristig angespannt bleibt und der Erfolg des neuen Kurses erst noch bewiesen werden muss.

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Gleichzeitig gibt es aber auch gegenläufige Signale von institutioneller Seite. Laut Daten von MarketBeat hat Generali Asset Management SPA SGR jüngst eine Position in Kraft Heinz aufgebaut. Neben der Spekulation auf eine erfolgreiche Restrukturierung könnte die attraktive Dividendenrendite von rund 6,6 Prozent eine Rolle spielen. Für dividendorientierte Anleger bleibt die Aktie damit trotz Risikofaktoren interessant.

Langfristiger Vertrauensverlust am Markt

An der Börse trägt die Aktie die Altlasten der vergangenen Jahre klar erkennbar mit sich herum. Nach dem Höchststand im Jahr 2017 liegt der Kurs Anfang 2026 in der Größenordnung von nur noch rund einem Viertel des damaligen Niveaus – ein Einbruch von etwa 75 Prozent über knapp ein Jahrzehnt.

Aktuell notiert der Titel mit etwa 24,39 US-Dollar zwar wieder spürbar über seinem 52‑Wochentief, aber noch deutlich unter dem Hoch der vergangenen zwölf Monate. Der RSI von 27,6 signalisiert dabei ein technisch überverkauftes Niveau, was auf anhaltenden Druck in den vergangenen Wochen hindeutet.

Die geplante Aufspaltung im zweiten Halbjahr 2026 soll genau hier ansetzen: Das wachstumsstärkere „Taste Elevation“-Segment mit Marken wie Heinz Ketchup soll als eigenständige Einheit ein höheres Bewertungsniveau erreichen können. Das Nordamerika-Geschäft mit etablierten, aber langsamer wachsenden Marken wie Oscar Mayer und Kraft Singles dürfte dagegen stärker als Cash-Maschine positioniert werden. Dieses Muster folgt einem breiteren Branchentrend, bei dem große Lebensmittelkonzerne ihre Portfolios verschlanken und Geschäftsbereiche klarer trennen.

Ausblick: Was jetzt zählt

In den kommenden Wochen wird vor allem erwartet, dass Cahillane einen präziseren Fahrplan für den Split vorlegt – inklusive Struktur, Governance und Kapitalausstattung der beiden künftigen Gesellschaften. Gleichzeitig bleibt die kurzfristige Aufgabe, den Abwärtstrend bei den Umsätzen zu bremsen und erste Signale einer operativen Stabilisierung zu senden.

Konkrete Wegmarken stehen bereits fest: Im Februar werden die Zahlen für das vierte Quartal 2025 erwartet, die erstmals unter der neuen Führungsstruktur präsentiert werden sollen. Zudem sind im ersten Quartal 2026 weitere Details zur finanziellen und rechtlichen Ausgestaltung der Aufspaltung angekündigt. An diesen Punkten wird sich entscheiden, ob der Führungswechsel und der Umbauplan aus Sicht des Marktes als glaubwürdiger Neustart gelten können.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.

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