Seit Jahren gilt Berkshire Hathaway als verlässlicher Ankerinvestor bei Kraft Heinz. Nun stellt der Konzern diese Rolle grundlegend infrage. Die Option auf einen vollständigen Ausstieg sorgt für Unruhe – denn damit stellt sich die Frage, wie stabil das Vertrauen in die Zukunft des Lebensmittelriesen noch ist.
Berkshire öffnet die Ausstiegstür
Am 20. Januar 2026 hat Kraft Heinz einen Prospektnachtrag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Darin wird die mögliche Veräußerung von bis zu 325,44 Millionen Stammaktien registriert, die aktuell von Berkshire Hathaway gehalten werden. Das entspricht rund 27,5 % der ausstehenden Anteile.
Wichtig: Es handelt sich nicht um eine Kapitalerhöhung, es werden also keine neuen Aktien ausgegeben. Kraft Heinz erhält aus einem Verkauf dieser Papiere kein frisches Geld. Die Registrierung schafft vor allem die rechtliche Grundlage, damit Berkshire seine komplette Beteiligung theoretisch jederzeit über den Markt oder Platzierungen abbauen kann.
Am Markt wird dieser Schritt als klares Signal gewertet: Unter dem neuen Berkshire-CEO Greg Abel beginnt eine Phase der Neuordnung des Portfolios – und Kraft Heinz gehört offenbar nicht mehr zu den Favoriten. Ein sofortiger Gesamtverkauf ist damit zwar nicht beschlossen, aber der bisherige Langfrist-Anker könnte wegfallen.
Kursdruck und Angebotsüberhang
Die Reaktion der Anleger fiel prompt negativ aus. Schon die Aussicht, dass ein Paket von mehr als einem Viertel des Unternehmens prinzipiell auf den Markt kommen kann, erhöht die Sorge vor einem Angebotsüberhang. Solche „Overhang“-Risiken gelten klassisch als Belastungsfaktor für den Kurs, weil potenzielle Käufer auf niedrigere Preise spekulieren.
Gestern schloss die Aktie bei 23,52 US‑Dollar. Auf Wochensicht steht ein Minus von gut 3 %, im 12-Monats-Vergleich summiert sich der Rückgang auf knapp 17 %. Damit bleibt der Titel deutlich angeschlagen und notiert weiter rund 22 % unter seinem 52‑Wochen-Hoch.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Kraft Heinz?
Strategische Neubewertung und Skepsis der Analysten
Der mögliche Ausstieg kommt nicht aus dem Nichts. Bereits im Sommer 2025 hatte Berkshire Hathaway seine Beteiligung an Kraft Heinz um 3,76 Milliarden US‑Dollar wertberichtigt. Diese Abschreibung signalisierte, dass der Großinvestor mit der Wertentwicklung zunehmend unzufrieden war.
Parallel dazu haben auch Analysten ihre Erwartungen angepasst:
- Morgan Stanley stufte die Aktie am 16. Januar 2026 auf „Underweight“ ab und nennt ein Kursziel von 24 US‑Dollar. Begründung: steigende Wettbewerbsrisiken im US-Lebensmittelsegment.
- Jefferies senkte am 20. Januar 2026 das Kursziel von 24 auf 23 US‑Dollar, hält aber an einer Halteempfehlung fest.
Gemeinsam zeichnen diese Schritte ein Bild: Die Ertragsperspektiven von Kraft Heinz werden vorsichtiger gesehen, während zugleich ein möglicher Großaktionärswechsel über dem Papier hängt. Die bisher attraktive Dividendenrendite von rund 6,7 % ändert daran kurzfristig wenig – sie wirkt eher wie eine Kompensation für erhöhte Unsicherheit.
Ausblick auf die Zahlen
Der nächste zentrale Prüfstein folgt bereits in wenigen Wochen. Am Mittwoch, 11. Februar 2026, will Kraft Heinz vor Börsenbeginn die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Der Marktkonsens liegt bei einem Quartalsgewinn von 0,61 US‑Dollar je Aktie.
Für die Börse wird damit zweierlei entscheidend: Zum einen, ob das operative Geschäft in einem intensiven Wettbewerbsumfeld Stabilität beweisen kann. Zum anderen, ob solide Ergebnisse ausreichen, um die Vertrauenslücke zu schließen, die der mögliche Rückzug von Berkshire Hathaway aufgerissen hat.
Kraft Heinz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Kraft Heinz-Analyse vom 21. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Kraft Heinz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Kraft Heinz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Kraft Heinz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
