Die Kraft-Heinz-Aktie bleibt nach dem schwachen Wochenschluss unter Druck. Nach Handelsschluss an der NYSE notierte der Titel bei 23,53 US-Dollar. Während die US-Börsen heute wegen des Martin-Luther-King-Feiertags pausieren, richtet sich der Blick auf die laufende Neuausrichtung des Konzerns, die skeptische Analystenlage und die anstehende Aufspaltung.
Morgan-Stanley-Abstufung belastet
Der kurzfristig wichtigste Gegenwind kommt von der Analystenseite. Morgan Stanley hat die Aktie jüngst auf „Underweight“ herabgestuft und das Kursziel auf 24,00 US-Dollar gesenkt. Diese negative Neubewertung hat die Stimmung deutlich eingetrübt und den Kurs in die Nähe des 52-Wochentiefs gedrückt.
Im Mittelpunkt der Kritik steht die nachlassende Preissetzungsmacht. Handelsketten wie Walmart und Kroger verstärken ihre Eigenmarken und investieren aggressiv in günstigere Preise. Kraft Heinz muss mit höheren Promotions und Rabatten gegenhalten, um Marktanteile zu halten. Das setzt die Margen im Jahr 2026 zusätzlich unter Druck.
Die Markteinschätzung ist entsprechend zurückhaltend:
- Konsensrating: „Reduce“ / „Hold“
- Analystenabdeckung: 0 von 16 Analysten stufen die Aktie als „Strong Buy“ ein
- Kursziele: Mehrere Großbanken, darunter UBS, haben ihre Ziele in den Bereich um 24,00 US-Dollar zurückgenommen
Neuer CEO, großer Umbau
Zum Jahresbeginn hat Kraft Heinz einen Führungswechsel vollzogen. Seit dem 1. Januar 2026 steht Steve Cahillane an der Spitze des Konzerns. Er folgt auf Carlos Abrams-Rivera. Cahillane hatte zuvor Kellanova bis zu dessen Übernahme im Dezember 2025 geführt.
Seine zentrale Aufgabe ist die geplante Abspaltung des Unternehmens in zwei börsennotierte Gesellschaften im weiteren Verlauf des Jahres 2026:
Global Taste Elevation Co.
Wachstumsorientiertes Geschäft mit Fokus auf Saucen und Würzmittel. Diese Einheit wird von Cahillane geführt.AnzeigeSollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Kraft Heinz?
North American Grocery Co.
Eigenständiges Unternehmen mit stabileren, cash-starken Traditionsmarken für Nordamerika.
Ziel der Strukturmaßnahme ist eine klarere Aufstellung der Geschäfte und potenzielle Werthebung. An der Börse überwiegt derzeit jedoch die Sorge, dass die Umsetzung zusätzlichen Aufwand und Ablenkung bringt, während das Kerngeschäft ohnehin mit schwächeren Verkäufen zu kämpfen hat.
Hohe Dividendenrendite, hohes Risiko
Die deutliche Kursschwäche lässt die Aktie für Dividendenanleger optisch attraktiver erscheinen. Die hohe Rendite wird vom Markt jedoch zunehmend als Risikoprämie interpretiert.
- Dividendenrendite: rund 6,8 % auf Basis des letzten Schlusskurses
- Markteinschätzung: Eine Rendite nahe 7 % signalisiert Zweifel an der Stabilität künftiger Ausschüttungen oder Sorge vor anhaltender Kursbelastung
- Bewertung: Die Aktie wird zu einem gedrückten Forward-KGV gehandelt und erscheint auf manchen Value-Screens als „unterbewertet“. Gleichzeitig ist das Risiko einer „Value Trap“ erhöht, da die Gewinnschätzungen nach unten revidiert werden.
Die Kombination aus hoher Ausschüttung und rückläufigen Erwartungen zeigt, wie stark der Markt die mittelfristige Ertragskraft in Frage stellt.
Wichtige Kennzahlen und Termine
Einige zentrale Daten zur aktuellen Lage:
- Letzter US-Schlusskurs (NYSE): 23,53 US-Dollar (-2,93 %)
- Technisches Bild: Übergeordneter Abwärtstrend
- CEO: Steve Cahillane (seit 1. Januar 2026)
- Analystenstimmung: 0 % „Strong Buy“-Empfehlungen
- Zentrales Ereignis 2026: Aufteilung in „Global Taste Elevation“ und „North American Grocery“
- Nächster Trigger: Zahlen zum 4. Quartal 2025 (in Kürze erwartet)
Ausblick: Quartalszahlen als Belastungstest
Die weitere Entwicklung der Aktie hängt maßgeblich vom anstehenden Q4-2025-Bericht ab. Der Markt wartet auf Signale, ob das neue Management Volumina stabilisieren kann, ohne die Margen weiter zu schwächen. Gleichzeitig steht Cahillane unter Druck, die strategische Logik und den Mehrwert der Konzernaufspaltung mit konkreten Zahlen und Perspektiven zu untermauern.
Solange die operativen Kennziffern keine klare Verbesserung zeigen und der Konsens bei „Reduce“ bleibt, dürfte die Aktie vorerst im defensiven Modus verharren – mit erhöhter Volatilität rund um die anstehenden Quartalszahlen und die weiteren Details zur Umsetzung der Aufteilung.
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