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KOSPI: Chip-Ausverkauf trifft Seoul hart

Zweifel an KI-Investitionen lösen massiven Kursrutsch bei südkoreanischen Halbleiterwerten aus. Der Leitindex fällt zeitweise zweistellig.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Schwerster KOSPI-Einbruch seit Monaten
  • Chipwerte wie SK Hynix stürzen ab
  • Sorgen um Milliarden-KI-Investitionen
  • China baut Druck auf Chipmärkte aus

Ein einzelner Handelstag, ein zweistelliger Kursverlust: Der KOSPI erlebte den heftigsten Einbruch seit über vier Monaten, nachdem Zweifel an der Rentabilität milliardenschwerer KI-Investitionen die Chipwerte in Seoul regelrecht überrollten. Mehrere Handelsunterbrechungen waren die Folge, der Index fiel zeitweise um mehr als 10 Prozent.

Nvidia-Deals schüren Sorgen um KI-Nachfrage

Auslöser war ein Bericht, wonach die jüngsten KI-bezogenen Finanzierungszusagen von Nvidia die Marke von 750 Milliarden Dollar überschritten haben. Dazu kamen Meldungen über Gespräche zu einer Absicherung von rund 250 Milliarden Dollar für ein Rechenzentrumsprojekt von OpenAI. Der Markt fragt sich, ob die tatsächliche Nachfrage nach KI-Infrastruktur mit diesem Investitionstempo überhaupt Schritt halten kann — bereits an der Wall Street hatten Halbleiterwerte zuvor nachgegeben.

Die südkoreanischen Speicherchip-Schwergewichte traf es besonders hart. SK Hynix stürzte um mehr als 14 Prozent ab, Samsung Electronics verlor über 13 Prozent. Analysten von Mirae Asset Securities in Seoul verwiesen zusätzlich auf wachsende Konkurrenz aus China und eine mögliche Verschiebung in der globalen Lieferkette für Speicherchips als Belastungsfaktoren.

China baut Druck auf, Monatsultimo verstärkt Verkäufe

Ein staatlich unterstütztes Unternehmen in China nimmt offenbar die Massenproduktion bestimmter Lithografiemaschinen auf, die in der Chipfertigung benötigt werden. Das verschärft den Wettbewerb unter Halbleiteranlagenherstellern und nährt Zweifel an der bisherigen technologischen Vormachtstellung asiatischer Speicherchip-Produzenten. Der nahende Monatsultimo verstärkte den Abwärtsdruck zusätzlich — Gewinnmitnahmen im Technologiesektor häuften sich.

Auch der japanische Nikkei-225 geriet mit einem Minus von 4 Prozent auf 62.365 Punkte deutlich unter Druck, den niedrigsten Stand seit Ende Mai. Kioxia Holdings brach um über 18 Prozent ein, Nikon und Tokyo Electron verloren jeweils rund 11 Prozent. Der KOSPI selbst rutschte auf den tiefsten Stand seit Mitte April und markierte damit den schwächsten Handelstag seit mehr als vier Monaten.

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Diskussion zu KOSPI

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.