Das Management des Technologiekonzerns Kontron setzt in einem volatilen Marktumfeld ein deutliches Zeichen. Nachdem die Aktie seit Jahresbeginn einen Rückgang von 3,7 Prozent verzeichnete, nutzen Führungskräfte des Unternehmens das aktuelle Kursniveau für private Zukäufe.
Heute erwarb Vorstandsmitglied Michael Riegert insgesamt 3.000 Aktien über den Handelsplatz XETRA zu einem Kurs von 21,95 Euro. Dieser Schritt folgt einer größeren Transaktion von Hannes Niederhauser: Das Vorstandsmitglied hatte bereits am vergangenen Dienstag eigene Anteile im Gesamtwert von 65.280 Euro über die Frankfurter Börse erworben.
Ennoconn-Angebot findet seinen Abschluss
Parallel zu den Management-Aktivitäten wurde die künftige Aktionärsstruktur des im SDAX notierten Unternehmens klarer. Wie am Freitag bekannt wurde, sind der Ennoconn Corporation im Rahmen ihres Pflichtangebots nach Ablauf der Rücktrittsfrist insgesamt 12.239.502 Aktien angedient worden. Damit korrigierte der Käufer eine frühere Vorabmeldung leicht nach unten, da einige Aktionäre von ihren Rücktrittsrechten Gebrauch machten.
Durch das abgeschlossene Angebot hält die Ennoconn Corporation, eine Tochtergesellschaft von Foxconn, nun 48,36 Prozent der Stimmrechte an Kontron. Die angestrebte absolute Mehrheit wurde damit knapp verfehlt.
Medienberichten zufolge plant der Investor derzeit keinen weiteren Ausbau der Beteiligung, was Spekulationen über eine unmittelbare Komplettübernahme zunächst dämpft. Die Aktie reagierte darauf mit relativer Stabilität und notiert heute bei 22,06 Euro.
Rekordauftragsbestand stützt den Ausblick
Operativ blickt Kontron auf ein solides erstes Halbjahr zurück. Das Unternehmen konnte den Umsatz in den ersten sechs Monaten auf 737,1 Millionen Euro steigern, verglichen mit bereinigten 729,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Besonders deutlich verbesserte sich das bereinigte EBITDA, das von 90,9 Millionen auf 100,8 Millionen Euro kletterte. Ein wesentlicher Pfeiler für die kommenden Quartale ist der Auftragsbestand, der mit 2,75 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreichte.
Um die Profitabilität langfristig zu sichern, treibt Kontron die Restrukturierung im Segment GreenTec voran. Das Unternehmen gab Anfang August bekannt, dass der geplante Stellenabbau zügig voranschreitet. Von den anvisierten 500 Stellenstreichungen sind bereits 424 finalisiert oder vertraglich vereinbart.
Ab dem Jahr 2027 erwartet die Konzernführung daraus jährliche Kosteneinsparungen von über 30 Millionen Euro. Für das laufende Gesamtjahr bestätigte der Vorstand die Prognose, die einen Umsatz von mehr als 1.607 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 225 Millionen Euro vorsieht.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Trotz der operativen Fortschritte notiert das Papier derzeit 22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, was bei mehreren Analysehäusern auf Kaufinteresse stößt. Die Experten von Warburg Research bestätigten Anfang August ihre Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 28,50 Euro. Analyst Malte Schaumann verwies dabei auf die Auswertung der jüngsten Halbjahreszahlen.
Auch das Analysehaus Jefferies bleibt optimistisch gestimmt. Analyst Martin Comtesse bekräftigte sein Kursziel von 27,00 Euro und die Einstufung „Buy“. Er hob insbesondere die Resilienz des operativen Geschäfts hervor, die Kontron trotz der laufenden Umbaumaßnahmen im GreenTec-Bereich an den Tag lege.
Während die DZ Bank ihre Kaufempfehlung ebenfalls beibehielt, zeigten sich andere Marktbeobachter vorsichtiger: So stufte Oddo BHF den Wert vor knapp zwei Wochen von „Outperform“ auf „Neutral“ herab. Das Gros der Analysten sieht jedoch in der Kombination aus hohem Auftragsbestand und den Sparmaßnahmen die Basis für eine künftige Neubewertung.
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