Kurz vor einem milliardenschweren Börsengang präsentiert KNDS in Kuala Lumpur ein neues Taktikfunkgerät — und schickt damit eine klare Botschaft an potenzielle Investoren: Der Rüstungskonzern ist mehr als Panzer und Artillerie.
PHORIO: Funk für die vernetzte Drohne
Auf der Defence Services Asia 2026 stellte KNDS erstmals das Taktikfunkgerät PHORIO vor. Das System wurde mit Mitteln des französischen Verteidigungsministeriums entwickelt, weil herkömmliche Funkgeräte in unstrukturierten Geländetypen an ihre Grenzen stoßen — so erklärt es Joël Morillon, stellvertretender Geschäftsführer von KNDS Robotics.
PHORIO ist ein softwaredefinieres Funkgerät (SDR), das speziell für Robotersysteme und ferngesteuerte Fahrzeuge ausgelegt ist. Es überträgt gleichzeitig Befehls- und Kontrolldaten, HD-Video, Sprache und Sensordaten. Gegen elektronische Bedrohungen setzt das System auf Frequenzsprungverfahren und Übertragungssicherheit — besonders relevant für ferngesteuerte Waffensysteme, bei denen ein Verbindungsabbruch operativ inakzeptabel wäre.
Der SDR-Ansatz erlaubt Software-Updates ohne Hardwareänderungen: Neue Kommunikationsmodi, verbesserte Anti-Jamming-Algorithmen und Leistungsoptimierungen lassen sich nachträglich einspielen. Das verlängert den Technologiezyklus und reduziert Obsoleszenzkosten. Das französische Verteidigungsministerium gehört bereits zu den ersten Abnehmern.
Starkes Bestandsportfolio als Rückenwind
Neben dem PHORIO-Debüt nutzte KNDS die Messe, um seine MATARIS-Loitering-Munitionsfamilie zu präsentieren — ferngelenkte Präzisionsmunition mit flexiblem Einsatzprofil. Das Artilleriesystem CAESAR, das meistbestellte Radartillerie-System weltweit, haben inzwischen 14 Länder geordert; mehr als 800 Systeme sind bestellt oder ausgeliefert.
Umsatzstärkstes Produkt im Robotik-Segment ist der Micro-UGV Nerva: Über 1.000 Einheiten gingen an 40 Länder, darunter Australien, Indonesien, Malaysia, Singapur und Thailand. Das unterstreicht die bereits etablierte Präsenz in der Region, in der KNDS gerade seinen Auftritt hatte.
IPO mit politischem Gegenwind
Der Asien-Auftritt fällt in eine entscheidende Phase für den Konzern. KNDS sondiert Investoreninteresse für einen Börsengang, der bis zu 5 Milliarden Euro einbringen könnte — möglicherweise das größte europäische IPO seit Jahren. Als globale Koordinatoren wurden Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale mandatiert. Ein Debüt noch in diesem Sommer gilt als Ziel.
Allerdings verläuft die Vorbereitung nicht reibungslos. Die SPD, die in Berlin die Finanz- und Verteidigungsministerien kontrolliert, drängt auf eine Beteiligung von rund 40 Prozent — was Deutschland zu einem gleichgewichtigen Hauptaktionär neben Frankreich machen würde. CDU/CSU unter Kanzler Friedrich Merz, die das Wirtschaftsministerium führen, favorisieren hingegen einen Anteil von etwa 30 Prozent, um Bundesausgaben zu begrenzen, riskieren damit aber eine schwächere strategische Position gegenüber Paris.
Die Erlöse sollen die Produktionskapazität verdoppeln — notwendig angesichts der stark gestiegenen europäischen Rüstungsnachfrage. KNDS beschäftigt über 11.000 Mitarbeiter und erzielte 2024 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro, gestützt von einem Auftragsbestand von 23,5 Milliarden Euro.
Anfang April übernahm KNDS außerdem Texelis Defense, das nun als KNDS Mobility firmiert. Mit dem PHORIO-Launch, der Mobilitätsakquisition und dem laufenden Investoren-Roadshow-Programm baut der Konzern sein Narrativ für den Kapitalmarkt gezielt aus — trotz Marktturbulenzen und nachlassendem Rückenwind bei börsennotierten Rüstungspeers.
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