Ein geplanter Börsengang im Sommer, ein Auftragsbestand von fast 24 Milliarden Euro — und mittendrin eine Korruptionsermittlung aus einem 13 Jahre alten Rüstungsgeschäft. KNDS, der deutsch-französische Panzerbauer, steht kurz vor einem der größten europäischen Börsengänge des Jahres. Ausgerechnet jetzt wird die Vergangenheit zum Problem.
Millionenprovisionen für einen Qatarischen General?
Am 29. April beauftragte der KNDS-Vorstand eine unabhängige Untersuchung zu einem Altgeschäft mit den Streitkräften Katars. Der Vertrag stammt aus dem Jahr 2013 — damals noch unter dem KNDS-Vorgänger Krauss-Maffei Wegmann. Er umfasste 24 Panzerhaubitzen PzH 2000, 62 Leopard-2-Panzer sowie weiteres Rüstungs- und Simulationsmaterial. Das Volumen: 1,89 Milliarden Euro.
Laut einem Bericht des Spiegel stehen Millionen-Provisionszahlungen im Raum. Die Gelder sollen an eine Beratungsfirma geflossen sein, die ein katarischer General kontrolliert. Die Kanzlei Freshfields prüft die Vorgänge.
KNDS betonte, die Untersuchung sei weit fortgeschritten. Bislang gebe es keine Hinweise auf strafbares Verhalten — weder bei aktuellen noch bei ehemaligen Mitarbeitern.
PwC blockiert den Jahresabschluss
Das eigentliche Risiko für den Börsengang liegt woanders. Wirtschaftsprüfer PwC verweigert bisher die Freigabe des Jahresabschlusses 2025. Ohne testierten Abschluss kein Prospekt, ohne Prospekt kein IPO. PwC verwies auf das laufende Verfahren und machte keine Angaben zu konkreten Mandaten.
KNDS rechnet damit, den Abschluss noch im Mai 2026 zu finalisieren. Das Zeitfenster für einen Börsengang im Juni oder Juli wäre damit noch offen — knapp, aber erreichbar.
Bewertung bis zu 25 Milliarden Euro
Die Vorbereitungen laufen parallel weiter. Deutsche Bank und Goldman Sachs führen das Bankenkonsortium. Über den Verkauf von rund einem Viertel der Anteile könnte KNDS etwa fünf Milliarden Euro einsammeln.
Die Staatsbank KfW prüft über JPMorgan den Erwerb eines Anteils von mindestens 25,1 Prozent. Damit würde Berlin eine strategische Sperrminorität sichern. Ohne staatlichen Einstieg würde der deutsche Einfluss auf das Gemeinschaftsunternehmen deutlich schrumpfen — Paris bliebe als einziger Staatsaktionär übrig. Die Familie Bode-Wegmann, derzeit mit 50 Prozent beteiligt, will ihren Anteil im Zuge des Börsengangs reduzieren.
Starkes Fundament, offene Fragen
Operativ liefert KNDS überzeugende Zahlen. Der Umsatz lag 2024 bei 3,8 Milliarden Euro. Allein im vergangenen Jahr sicherte sich das Unternehmen Neuaufträge von knapp elf Milliarden Euro. Seit 2023 wuchs die Belegschaft um 5.000 Mitarbeiter. In der Ukraine betreibt KNDS bereits eine Tochtergesellschaft für Artilleriewartung.
Das frische Kapital aus dem Börsengang soll die Produktionskapazitäten verdoppeln. Die Freigabe des Jahresabschlusses durch PwC im Mai wird darüber entscheiden, ob das Sommerfenster noch zu halten ist.
KNDS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue KNDS-Analyse vom 30. April liefert die Antwort:
Die neusten KNDS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für KNDS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
KNDS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
