Frankreich sucht einen Übergangspanzer — und KNDS ist der wahrscheinliche Lieferant. Das ist die wichtigste strategische Botschaft dieser Woche für den europäischen Rüstungskonzern. Und sie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem KNDS seinen geplanten Börsengang vorbereitet.
Frankreich setzt auf KNDS-Plattform
Verteidigungsministerin Catherine Vautrin präsentierte am 8. April ein überarbeitetes Militärplanungsgesetz. Es sieht für 2027 ein Verteidigungsbudget von 63,3 Milliarden Euro vor — doppelt so viel wie vor zehn Jahren.
Kern der Ankündigung: Frankreich braucht einen Übergangspanzer. Der Leclerc läuft bis 2038, der Nachfolger MGCS kommt frühestens Anfang der 2040er Jahre. Vautrin nannte KNDS explizit als wahrscheinlichen Auftragnehmer — entweder eine Plattform von KNDS Deutschland oder KNDS Frankreich, mit einem französisch entwickelten Turm.
Die Ministerin betonte, das Fahrzeug solle kein Auslaufmodell sein, sondern „der erste Panzer einer neuen Generation“ — vernetzt, digital, zukunftsfähig. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 plant Paris zusätzliche Verteidigungsausgaben von 36 Milliarden Euro.
Robotik wächst, Phorio kommt
KNDS baut sein Robotikgeschäft parallel aus. Mehr als 1.000 unbemannte Bodenfahrzeuge des Typs Nerva verkaufte der Konzern bislang an 40 Länder. Darunter Australien, Indonesien, Malaysia, Singapur und Thailand.
Neu im Portfolio ist das taktische Funkgerät Phorio — speziell für unbemannte Systeme entwickelt. Es entstand mit Förderung des französischen Verteidigungsministeriums, das erste Einheiten bereits abgenommen hat. Hintergrund: Herkömmliche Funkgeräte versagen in unstrukturiertem Gelände und unter elektronischer Störung. Phorio soll das ändern. Für asiatische Kunden und künftige Drohnenprojekte positioniert KNDS das Gerät als Kernangebot — ein Serienvertrag für ein nationales Programm steht allerdings noch aus.
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Texelis-Übernahme abgeschlossen
Am 2. April schloss KNDS France die Übernahme von Texelis Defense ab. Das Unternehmen heißt nun KNDS Mobility und bringt Expertise für Antriebsstränge und Fahrwerke mit — von 4×4 bis zu Kettenfahrzeugen.
Die Akquisition schließt eine Lücke in der Lieferkette. KNDS kann künftig Mobilität, Schutz, Sensorik und Waffensysteme aus einer Hand anbieten. Mittelfristig plant KNDS Mobility einen elektrifizierten Kettenantrieb — das sogenannte Track Electrified Drivetrain — für bemannte und unbemannte Fahrzeuge.
IPO-Kulisse rückt näher
All das geschieht vor dem Hintergrund des geplanten Börsengangs. KNDS strebt eine Marktbewertung von rund 20 Milliarden Euro an und will etwa 25 Prozent seiner Anteile platzieren. Der Erlös könnte bis zu 5 Milliarden Euro erreichen. Geplant ist eine Doppelnotierung in Frankfurt und Paris.
Die KfW arbeitet gemeinsam mit JPMorgan Chase an einer möglichen Beteiligung. Die deutsche Bundesregierung will offenbar eine Sperrminorität von mindestens 25 Prozent erwerben — spiegelbildlich zur bestehenden Beteiligung des französischen Staates.
2024 erzielte KNDS einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro, ein Plus von 17 Prozent. Der Auftragsbestand wuchs auf 23,5 Milliarden Euro. Mit dem Frankreich-Mandat im Rücken, einer frisch integrierten Antriebssparte und wachsender Robotik-Nachfrage geht KNDS in die entscheidende Phase der Investorengespräche — voraussichtlich noch in diesem Sommer.
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