KNDS forciert den Ausbau seiner industriellen Kooperationen und Großprogramme in Europa. Am Mittwoch bekräftigten KNDS Deutschland und das finnische Rüstungsunternehmen Patria ihre Partnerschaft im Rahmen des multinationalen 6×6-Fahrzeugprogramms CAVS. Die Zusammenarbeit festigt die Produktionsbasis für eine der zentralen europäischen Fahrzeuginitiativen.
Montagebeginn in Freisen ab Ende 2026
Im Rahmen des Vorhabens bereitet sich KNDS Deutschland Maintenance auf konkrete Fertigungsschritte vor. Am Standort Freisen trifft das Unternehmen Vorkehrungen, um die ersten Serienfahrzeuge auszurüsten und zu montieren. Dieser Anlauf der Fertigung ist ab Ende 2026 vorgesehen.
Die Kooperation mit Patria untermauert das Bestreben europäischer Verteidigungsunternehmen, Beschaffungsprojekte über Ländergrenzen hinweg zu bündeln und standardisierte Fahrzeugflotten bereitzustellen. Für den Standort Freisen bedeutet die Einbindung eine langfristige industrielle Auslastung in der Fahrzeuginstandsetzung und Systemintegration.
Fortschritte bei Jaguar-Fahrzeugen und Abwehrdrohnen
Auch in Frankreich vermeldet der Rüstungskonzern industrielle Lieferfortschritte. KNDS France übergab am 23. September die ersten gepanzerten Aufklärungs- und Kampffahrzeuge des Typs EBRC Jaguar im modernen R3-Standard an die französische Armee.
Bis zum 18. September waren knapp 25 Einheiten an die Streitkräfte ausgeliefert oder auf dieses neue Rüstniveau umgerüstet worden. Weitere Übergaben und Nachrüstungen sind für das laufende Jahr 2026 angekündigt.
Technologisch erweitert das Unternehmen zudem sein Spektrum im Bereich unbemannter Systeme. Am 24. September gaben KNDS und AERIX Systems eine Zusammenarbeit bekannt. Beide Partner wollen die Abfangdrohne AXS-μ1 industrialisieren und in das Drohnenabwehrsystem TARGAS DSP10 von KNDS einbinden. Die Serienproduktion dieser Drohnensysteme soll 2027 starten.
Alary stellt 30 Prozent Erlöswachstum in Aussicht
Die dichten Auftragsbücher und anlaufenden Programme stützen die Geschäftsentwicklung. Am Donnerstag erklärte CEO Jean-Paul Alary, dass KNDS für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent anpeilt. Zudem befinde sich das Unternehmen auf der Suche nach weiteren industriellen Partnern, um Kapazitäten auszubauen.
Hinsichtlich eines Börsengangs äußerte sich Alary ebenfalls am Donnerstag. Ein Börsengang im Jahr 2026 bleibe möglich, sofern die Marktbedingungen den Erwartungen der Aktionäre entsprächen. Zugleich warnte der Vorstandschef vor einem Gang an die Börse während des französischen Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2027. Damit reagierte Alary auf Berichte, wonach sich die Börsenpläne über das Jahr 2026 hinaus verzögern könnten.
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