Während KNDS seinen geplanten Börsengang für den Sommer vorbereitet und bereits Großbanken als Koordinatoren verpflichtet hat, knirscht es ausgerechnet in Berlin. Ein Streit innerhalb der deutschen Regierungskoalition über die Höhe des staatlichen Vorab-Anteils droht den Zeitplan zu gefährden.
SPD gegen CDU/CSU: 40 oder 30 Prozent?
Die Fronten sind klar. Die SPD, die Finanz- und Verteidigungsministerium kontrolliert, will rund 40 Prozent an KNDS erwerben — noch vor dem Börsengang. Das würde Berlin nach der Notierung auf Augenhöhe mit der französischen Regierung stellen. Das CDU/CSU-geführte Wirtschaftsministerium hingegen plädiert für rund 30 Prozent, um die Bundesausgaben zu begrenzen.
Hintergrund: KNDS gehört derzeit je zur Hälfte der französischen Regierung und den deutschen Familieneignern des früheren Krauss-Maffei Wegmann. Diese wollen ihre gesamte Beteiligung im Rahmen des IPO verkaufen. Ohne staatlichen Gegenkauf würde Deutschland schlicht leer ausgehen.
IG Metall warnt vor Kontrollverlust
Schon eine Sperrminorität von 25 Prozent reiche nicht aus, mahnte IG-Metall-Chef Kerner bereits im Februar. Ohne ausreichende Beteiligung riskiere Deutschland, die Kontrolle über ein strategisch wichtiges Unternehmen zu verlieren — gerade wenn Frankreich seinen Anteil im Zuge des Börsengangs ebenfalls reduziere. Die Bundesregierung bestätigte, die Bedingungen für ein Investment zu prüfen, wollte sich darüber hinaus aber nicht äußern.
Als Investitionsvehikel soll die staatliche KfW einspringen. Parallel dazu könnten die deutschen Familieneigner einen substanziellen Teil ihrer Anteile direkt an Ankerinvestoren verkaufen.
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20-Milliarden-Bewertung, zwei Börsenplätze
Das IPO selbst nimmt weiter Fahrt auf. KNDS sondiert Investoreninteresse für eine Kapitalerhöhung von bis zu 5 Milliarden Euro — potenziell der größte europäische Börsengang des Jahres. Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale koordinieren die Transaktion. Angestrebt wird eine Doppelnotierung in Frankfurt und Paris, frühestens im Juni oder Juli. Banken taxieren den Gesamtwert des Unternehmens auf rund 20 Milliarden Euro, bei einem Streubesitz von etwa 25 Prozent.
Das Fundament stimmt: KNDS beschäftigt über 11.000 Mitarbeiter, erzielte 2024 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro und verfügt über einen Auftragsbestand von 23,5 Milliarden Euro.
Ob der Sommertermin hält, entscheidet sich in Berlin. Solange SPD und CDU/CSU keine gemeinsame Linie finden, bleibt die Eigentümerstruktur des künftigen Börsenkandidaten ungeklärt — und mit ihr die Frage, wer nach dem IPO tatsächlich das Sagen hat.
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