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KNDS Aktie: Investoren lehnen über 12 Milliarden ab

Der Panzerbauer KNDS stoppt seinen geplanten Börsengang mangels Investorenzustimmung zur geforderten Bewertung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • IPO auf unbestimmte Zeit verschoben
  • Investoren verweigern Zielbewertung über 12 Milliarden
  • Rüstungsbranche leidet unter schwacher Marktstimmung
  • Zukunft des Börsengangs weiter ungewiss

Der Panzerbauer KNDS verschiebt seinen lang erwarteten Börsengang. Der Grund: Die Investoren wollten den Zielpreis nicht mittragen. Das Amsterdamer Unternehmen hinter dem Leopard 2 und der Caesar-Haubitze bestätigte die Verschiebung am Mittwochabend und verwies auf die Schwankungen im europäischen Rüstungssektor.

Die offizielle Begründung

KNDS teilte mit, die Aktionäre wollten den Börsengang erst bei besseren Marktbedingungen wieder aufnehmen. Die Vorbereitungen seien fast abgeschlossen. Man habe intensiv mit Investoren gesprochen, die die Marktposition und die langfristige Strategie des Konzerns unterstützen.

KNDS verwies zudem auf einen starken Auftragsbestand, profitables Wachstum und eine robuste Cash-Generierung. Trotzdem ließ der Konzern eine Hintertür offen: Ein kompletter Verzicht auf den Börsengang ist nicht ausgeschlossen. Eine Garantie für die Notierung gibt es nicht.

Die Bewertungslücke als eigentlicher Auslöser

Nach Informationen von CNBC konnte KNDS Investoren nicht von einer Bewertung über 12 Milliarden Euro überzeugen. Das ist ein deutlicher Rückschritt gegenüber früheren Ambitionen. Medienberichte hatten zuvor sogar von bis zu 25 Milliarden Euro gesprochen.

Der Zeitplan wirkt dadurch besonders brüchig. Eigentlich sollte der Börsengang in diesem Sommer starten. KNDS wollte parallel in Paris und Frankfurt notieren – nach Einschätzung von Beobachtern eine der größten europäischen IPOs des Jahres. Vorausgegangen war eine Einigung zwischen der deutschen und französischen Regierung über die gemeinsame Eigentümerstruktur, mit einer geplanten Streubesitzquote von 20 Prozent.

Ein Problem der ganzen Branche

Die Verschiebung trifft einen Sektor, der ohnehin unter Druck steht. Morningstar-Stratege Michael Field sieht KNDS fundamental nicht schlecht aufgestellt. Ein Börsengang bei so schwacher Stimmung wäre laut Field aber „hochgradig kontraproduktiv“.

Field erwartet, dass gute Quartalszahlen von KNDS und Wettbewerbern helfen könnten. Investoren dürften jedoch erst nach mehreren guten Quartalen wieder Vertrauen fassen.

Der Blick auf andere Rüstungswerte zeigt das Ausmaß der Skepsis. Die tschechische Czechoslovak Group legte am ersten Handelstag im Januar noch 33 Prozent zu. Seither hat die Aktie rund 60 Prozent an Wert verloren.

Auch der deutsche Munitionshersteller Rheinmetall kämpft. Die Aktie ist seit Jahresbeginn um 32 Prozent gefallen. Allein diese Woche brach der Kurs um fast 19 Prozent ein, nachdem die Bundesregierung Pläne zum Kauf von sechs großen Kriegsschiffen gekippt hatte.

Beobachter werten die KNDS-Verschiebung als Symptom eines größeren Widerspruchs. Regierungen versprechen hunderte Milliarden Euro für die Aufrüstung. Anleger bezweifeln zunehmend, dass sich diese Ausgaben schnell genug in Gewinnen niederschlagen.

Auch der breitere IPO-Markt in Europa bleibt schwierig. PitchBook-Direktor Nalin Patel bezeichnet den Rüstungssektor zwar als „riesiges Wachstumsfeld“ angesichts der geopolitischen Lage. Das grundsätzliche IPO-Klima in Europa nennt er dennoch „ziemlich herausfordernd“.

Wie es weitergeht

Zu den genauen Gründen der Verschiebung äußerte sich KNDS nicht weiter. Frankreich und Deutschland sollen nach der Notierung jeweils 40 Prozent der Anteile halten. Beide Staaten und KNDS wollen die Marktlage weiter beobachten und den Prozess wieder aufnehmen, sobald die Bedingungen es zulassen.

Der Zeitpunkt der Verschiebung fällt in eine politisch bedeutsame Phase. Staats- und Regierungschefs reisen zum NATO-Gipfel in die Türkei, wo sie die Fortschritte bei den in Den Haag vereinbarten Ausgabenzielen überprüfen wollen. Ob neue politische Signale das Vertrauen der Investoren zurückbringen, dürfte darüber entscheiden, wann – oder ob – KNDS seinen Börsengang wieder aufnimmt.

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