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KNDS Aktie: Eigentümerfamilien fordern 20 Milliarden Euro

Berlin und KNDS-Eigentümer uneins über Bewertung. Der Streit um den Einstiegspreis könnte den geplanten Sommer-Börsengang des Panzerbauers verzögern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bund pocht auf IPO-Konditionen für Einstieg
  • Eigentümerfamilien sehen Wert bei 20 Milliarden
  • Rheinmetall strebt Beteiligung an KNDS an
  • Nur 20 Prozent Free Float für Anleger geplant

Der Bund will eine 40-Prozent-Beteiligung an KNDS übernehmen – doch die Verhandlungen mit den Eigentümerfamilien stocken. Grund ist eine fundamentale Bewertungsfrage, die darüber entscheiden könnte, ob der geplante Börsengang im Sommer wie geplant stattfindet. Insidern zufolge pocht Berlin darauf, die Anteile zu den gleichen Konditionen zu erwerben, die auch bei der Emission gelten sollen.

Preisstreit mit Folgen

Die deutsche Regierung bestätigte offiziell ihr Interesse an einem milliardenschweren Einstieg bei KNDS. Das Verteidigungsunternehmen, bekannt für Leopard-2-Panzer und Boxer-Schützenpanzer, soll im Sommer an die Börse. Wirtschaftsministeriumssprecherin betonten in Berlin, es gehe um den Schutz von Schlüsseltechnologien und Fertigungswissen.

Doch der Preis ist zum Knackpunkt geworden. Die Eigentümerfamilien, die ihren kompletten Anteil von 50 Prozent verkaufen wollen, sehen den Wert bei rund 20 Milliarden Euro. Berlin verlangt einen Abschlag auf den Emissionspreis, eine Prämie lehnen deutsche Beamte ab. Kommt es zu keiner Einigung, könnte der Börsengang ins Rutschen kommen.

Das Eigentümer-Puzzle

KNDS gehört je zur Hälfte Frankreich und einer Gruppe deutscher Unternehmerfamilien. Frankreich will seinen Anteil im Zuge des Börsengangs auf 40 Prozent reduzieren. Parallel sollen die deutschen Familien ihren Anteil teilweise an Berlin und teilweise an die Börse verkaufen.

Die Eigentümerstruktur wäre dennoch ungewöhnlich. Deutschland und Frankreich würden den Panzerbauer zunächst jeweils zu 40 Prozent halten. Innerhalb von zwei bis drei Jahren planen beide Regierungen, auf jeweils 30 Prozent zurückzugehen. Das Management spricht von einem Börsengang in Frankfurt und Paris – und hat Lazard als Finanzberater engagiert.

Rheinmetall mischt mit

Im Mai wurde die Lage komplexer. Rheinmetall-Chef Armin Papperger strebt eine Beteiligung am Konkurrenten KNDS an – mit dem Ziel, Europas größten Rüstungskonzern zu schaffen. Er führte Gespräche mit Regierungsvertretern und der KfW.

Doch der Vorstoß dürfte auf Widerstand stoßen. KNDS selbst und die französische Regierung sind skeptisch. Die geplante Staatsbeteiligung über die KfW scheint darauf ausgelegt, einen Rheinmetall-Einstieg zuvorzukommen.

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Nur 20 Prozent für Anleger

Die Rechnung für IPO-Investoren ist überschaubar. Wenn Deutschland und Frankreich je 40 Prozent halten, bleiben gerade einmal 20 Prozent der Aktien im Streubesitz. Bei einer Bewertung von 18 bis 20 Milliarden Euro entspricht das einem Free Float von rund 4 Milliarden Euro.

Ein geringer Streubesitz gilt als preissensibel. Institutionelle Anleger fragen sich, ob genügend Liquidität für einen geordneten Handel vorhanden ist. Die hohe Staatsbeteiligung mag militärische Sicherheit bieten – sie schafft aber auch strukturelle Enge.

Operativ läuft es

Abseits der Verhandlungen zeigt KNDS operative Stärke. Ende 2024 lag der Auftragsbestand bei 23,5 Milliarden Euro – 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz erreichte 3,8 Milliarden Euro, der Auftragseingang betrug das Dreifache: 11,2 Milliarden Euro.

Hinzu kommt: Management sondiert den Kauf eines ehemaligen Mercedes-Benz-Werks in Ludwigsfelde, nahe Berlin. Dort sollen Leopard 2 und Boxer-Fahrzeuge produziert werden.

Zeit knapp, Fristen laufen

Paris drängt auf einen baldigen Börsengang. Im Herbst beginnt der französische Präsidentschaftswahlkampf, der das Vorhaben stören könnte. Bis Ende Mai müssen zwei Hürden fallen: der Testat der Wirtschaftsprüfer von PwC für die Jahreszahlen 2025 und die endgültige Zusage Berlins zur Beteiligungshöhe. Fehlt einer der beiden Schritte, könnte sich der Börsengang in den Herbst verschieben.

Der Preisstreit zwischen Berlin und den Familieverkäufern ist derzeit der unmittelbarste Risikofaktor. Ob Deutschland sich zu IPO-Bedingungen einkauft oder der Deal scheitert – das wird den Ton für einen der meistbeachteten Rüstungsbörsengänge Europas setzen.

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Diskussion zu KNDS

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.