Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS treibt seinen Börsengang voran. Parallel dazu schrumpft die geplante Bewertung massiv. Das Konsortium der Großbanken stutzt den Zielwert um bis zu fünf Milliarden Euro. Das ruft nun den deutschen Staat auf den Plan.
Staatliche Kontrolle im Fokus
Ursprünglich peilten die Eigentümer eine Bewertung von rund 25 Milliarden Euro an. Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale senken diese Spanne nun. Sie taxieren den Wert auf maximal 20 Milliarden Euro. Im gleichen Schritt bereitet die staatliche KfW-Bankengruppe einen Einstieg vor. JPMorgan prüft den Deal im Auftrag der Förderbank. Das Ziel: Die Bundesregierung will ihren Einfluss auf den Panzerbauer sichern.
Kasse machen vor dem Start
Aktuell gehört KNDS zu gleichen Teilen deutschen Anteilseignern und dem französischen Staat. Beide Seiten wollen ihre Pakete über das Dual Listing in Frankfurt und Paris reduzieren. Vorher planen die Altaktionäre offenbar eine üppige Ausschüttung. Sie prüfen eine Sonderdividende zwischen einer und zwei Milliarden Euro. Derweil bringt sich ein tschechischer Konkurrent als Ankerinvestor in Stellung. Er spekuliert langfristig auf eine komplette Fusion.
Volle Auftragsbücher
Operativ läuft es für das Unternehmen hervorragend. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um knapp 16 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Parallel dazu kletterte der Auftragseingang auf den Rekordwert von 13,5 Milliarden Euro.
Der Auftragsbestand summiert sich damit auf über 33 Milliarden Euro. Diese massiven Rücklagen sichern die Auslastung der erweiterten Produktionsanlagen auf Jahre. KNDS nutzt den Börsengang nun, um dieses Wachstum langfristig über den Kapitalmarkt zu finanzieren.
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